Nach Bahnstreik schnell zurück zur Normalität

13.08.2021 Nach einem 48-Stunden andauernden bundesweiten Streik bei der Bahn mit vielen Einschränkungen in Niedersachsen und Bremen hat sich der Verkehr am Freitag wieder normalisiert. Für die Gewerkschaft GDL war es einer der größten Streiks ihrer Geschichte.

Das Logo der Bahn ist auf der Front eines ICE zu sehen. Foto: Bernd Thissen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach einem zweitägigen Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat sich der Schienenverkehr in Niedersachsen und Bremen am Freitag wieder normalisiert. Schon kurz nach dem Betriebsstart am frühen Morgen sei der Verkehr wieder weitestgehend normal angelaufen, sagte eine Bahnsprecherin. Besonders stark betroffene Gebiete habe es in Niedersachsen und Bremen nicht gegeben, lediglich am Hauptbahnhof in Hannover stauten sich die Reisenden zeitweise. Mit einem Ersatzfahrplan habe man rund 25 Prozent des Fernverkehrs und etwa 40 Prozent des Nahverkehrs aufrechterhalten können.

Der bundesweite Streik der GDL war in der Nacht auf Mittwoch angelaufen und endete in der Nacht auf Freitag. Betroffen waren Züge des Nah- und Fernverkehrs sowie mehrere S-Bahn-Verbindungen. Viele Reisende hatten ihre Reisen umgebucht, so die Bahnsprecherin. Deshalb erwarte man speziell am Samstag ein erhöhtes Reiseaufkommen. Laut Angaben der Deutschen Bahn waren deutschlandweit Millionen Fahrgäste und rund 300 Güterzüge von dem Streik betroffen.

Die GDL sieht den Streik als deutliches Zeichen für die Unzufriedenheit ihrer Mitglieder. «Wir haben schon oft gestreikt, aber so viele ausgefallene Züge hatten wir noch nie», sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. Am Wochenende soll es nach Angaben der Gewerkschaft keine neuen Streiks geben.

Die Mitglieder der GDL haben für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter gestreikt. Die Gewerkschaft verlangt 3,2 Prozent mehr Geld in zwei Stufen und eine Corona-Prämie von 600 Euro. Die Deutsche Bahn will die Erhöhung nach den Corona-Verlusten über eine längere Zeit strecken. Dahinter schwelt in der Belegschaft ein Streit zwischen GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG darum, wer letztlich die Tarifverträge mit dem Unternehmen maßgeblich aushandelt.

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