Tragschrauber-Absturz: Hinweise auf Wartungsmängel

11.08.2021 Nach dem Absturz eines Tragschraubers in Hildesheim mit zwei Toten gibt es erste Hinweise auf Wartungsmängel als Unglücksursache. Bei der Untersuchung der Bruchstücke hätten die Experten Korrosion an Bolzen an der Stelle gefunden, wo das Rotorblatt abgebrochen sei, sagte ein Sprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen in Braunschweig am Mittwoch. Das sei das Ergebnis einer ersten Inaugenscheinnahme. Auf der Grundlage der ersten Ergebnisse gab der Deutsche Ultraleichtflugverband eine Sicherheitsmitteilung für Tragschrauber heraus. Zuvor hatte die «Hildesheimer Allgemeine Zeitung» berichtet.

Ein zerstörter Tragschrauber liegt nach einem Absturz am Zaun eines Logistikzentrums in der Nähe des Hildesheimer Flugplatzes. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei dem Absturz starben am 21. Juli ein 60 Jahre alter Fluglehrer aus Hildesheim und ein 53-Jähriger aus Oldendorf im Landkreis Stade. Das Fluggerät war buchstäblich in der Luft zerfallen, die Rede war von einem sogenannten Luftzerleger. Der Motor des Gyrocopters stürzte auf das Dach einer Logistikhalle in der Nähe des Flugplatzes, ein Rotorblatt wurde auf einem Feld gegenüber gefunden. Der Tragschrauber stürzte aus etwa 50 Metern in die Tiefe, im Landeanflug und etwa 400 Meter entfernt vom Flughafengelände.

In der Sicherheitsmitteilung schrieb der Verband, an dem Fluggerät seien ein «fragwürdiger Wartungszustand» und eine «widersprüchliche Betriebszeitenführung» festgestellt worden: «Diese Feststellungen stellen die Lufttüchtigkeit des Unfallgerätes dringend in Frage.» Jeder Halter und jeder Pilot sollten «ab sofort» den Wartungsstand der Tragschrauber überprüfen, mahnte der Verband.

Ein Zwischenbericht der Bundesstelle aus Braunschweig sei am 25. September zu erwarten, kündigte der Sprecher an. Weitere detaillierte Untersuchungen der Bauteile des Tragschraubers stünden noch aus.

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