Nach 24 Jahren: Rettungskreuzer «Otto Schülke» zurück

01.08.2021 Lang wurde die Rückkehr des früheren Rettungskreuzers «Otto Schülke» auf Norderney herbeigesehnt. Ein Verein bemühte sich jahrelang um den Erhalt. Nun konnten die Insulaner das Schiff wieder in Empfang nehmen. Vorher wurde der Kreuzer aber noch auf eine Probe gestellt.

Der frühere Rettungskreuzer «Otto Schülke» kehrt. Foto: Volker Bartels/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach rund 24 Jahren ist der ehemalige Rettungskreuzer «Otto Schülke» als Museumsschiff zurück an seinen früheren Einsatzort nach Norderney gekehrt. Trotz stürmischer See überführte eine vierköpfige Besatzung aus erfahrenen Seeleuten das 52 Jahre alte Schiff am Samstagnachmittag von einer Werft in Hooksiel bis nach Norderney. «Die Überfahrt dauerte mehrere Stunden», sagte Björn Bornschein vom Verein «Museumskreuzer Otto Schülke».

Im Hafen empfingen Bornschein zufolge am Samstagnachmittag etwa 500 begeisterte Besucher den Kreuzer. Zahlreiche Schiffe, darunter auch aktuelle Rettungsschiffe der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), begleiteten die «Otto Schülke». Künftig soll sie als Museumsschiff im Hafen der ostfriesischen Insel liegen.

Der Verein bemüht sich seit 2017 um den Erhalt des historischen Rettungsschiffs. «Die "Otto Schülke" gehört einfach zum Hafen von Norderney dazu», sagte der Vorsitzende Bornschein. Schon als kleiner Junge habe ihn das Schiff mit dem orangenen Anstrich fasziniert. Dass der Rettungskreuzer nun nach Norderney zurückkehre, stimme die 143 Vereinsmitglieder euphorisch, sagte Bornschein.

Die «Otto Schülke» wurde 1969 gebaut und war von da an bis 1997 auf Norderney stationiert. In den fast 30 Dienstjahren rettete die Besatzung des Seenotrettungskreuzers nach Angaben des Vereins zahlreiche Menschen aus Seenot. 1997 wurde das Schiff nach Island zum dortigen Seenotrettungsdienst überführt und drei Jahre später außer Dienst gestellt. Das Schiff wechselte dann mehrfach den Besitzer, bis der Verein den nicht mehr fahrbereiten Kreuzer 2019 zurückkaufte und so vor der Verschrottung rettete. Zu dem Schiff gehört auch das kleinere Beiboot «Johann Fidi».

Zunächst wurde das Schiff von Norwegen nach Bremerhaven an Bord eines Frachters überführt. Im August 2020 kam es dann in eine Werft nach Hooksiel. Die «Otto Schülke» wurde vom Verein saniert und wieder fahrbereit gemacht und bekam in der Werft einen neuen Anstrich.

Für den Erhalt startete der Verein eine Spendenaktion und leistete Tausende Arbeitsstunden. Mehr als 100.000 Euro kostete der Erhalt bislang. Im vergangenen Jahr wurde der Verein für seine Arbeit mit dem «Niedersachsenpreis für Bürgerengagement» ausgezeichnet. In dem Museumsschiff will der Verein künftig eine Ausstellung einrichten und Führungen anbieten.

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