Klimawandel: Mehrere Libellenarten vom Aussterben bedroht

29.07.2021 Mehr Libellenarten sind in Niedersachsen und Bremen vom Aussterben bedroht. Das geht aus der aktuellen Roten Liste 2020 gefährdeter Libellenarten für die beiden Bundesländer hevor, wie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Donnerstag mitteilte.

Die Speer-Azurjungfer ist eine der elf in Niedersachsen vom Aussterben bedrohten Libellenarten. Foto: Angelika Borkenstein/NLWKN/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Von den 69 regelmäßig in Niedersachsen vorkommenden Libellenarten steht ein Drittel auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, elf davon sind inzwischen vom Aussterben bedroht, so zum Beispiel die Speer-Azurjungfer», teilte der Leiter des NLWKN-Geschäftsbereiches Naturschutz, Berthold Paterak, mit. Auf der letzten Roten Liste aus dem Jahr 2007 waren erst sechs Libellenarten als vom Aussterben bedroht verzeichnet.

Nach NLWKN-Angaben hat sich die Zahl der gefährdeten Rote-Liste-Arten insgesamt im Vergleich zur vergangenen Erhebung aber verringert. Experten führen dies etwa auf einen besseren Fließgewässerschutz und eine umfassendere Datenlage zurück. Aber auch geänderte Klimabedingungen sorgen laut den Experten für Änderungen bei Beständen: Während bei zehn Arten, die vor allem in Mooren zu finden sind, negative Auswirkungen durch austrocknende Gewässer registriert wurden, profitierten mindestens neun andere Arten von einer fortschreitenden Erwärmung - darunter waren etwa Arten, die aus südlichen Regionen nach Niedersachsen und Bremen einwanderten.

Grundlage der Roten Liste der Libellenarten ist die Erhebung einer Arbeitsgemeinschaft. Mehr als 1000 Ehrenamtliche erfassen und kartieren die Libellenpopulationen.

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