Behrens setzt beim Impfen weiter auf Freiwilligkeit

26.07.2021 Die steigenden Corona-Infektionszahlen haben die Debatte um eine Impfpflicht und den Umgang mit Ungeimpften neu aufflammen lassen. Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) sprach sich am Montag auf NDR Info erneut für die Freiwilligkeit bei der Corona-Impfung aus und sagte, dass vorerst Getestete die gleichen Rechte haben sollen wie Geimpfte oder Genesene. «Wir sind ja noch mitten in der Impfkampagne», so Behrens.

Daniela Behrens (SPD), Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin, schaut in die Kamera. Foto: Julian Stratenschulte/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Niedersachsen versuche jetzt noch einmal, gezielt die Gruppe der 20- bis 40-Jährigen anzusprechen und diese von einer freiwilligen Impfung zu überzeugen. Die jüngere Generation könne sich noch gar nicht so lange impfen lassen, bis Ende Juni sei ja noch nach Prioritätsgruppen geimpft worden. «Jetzt muss man erst mal allen die Chance geben zu verstehen, dass man sich überall impfen lassen kann», sagte die Gesundheitsministerin dem Sender.

Corona-Tests seien immer «nur eine Krücke», eine Momentaufnahme über die aktuelle Viruslast. Im Herbst müsse man deshalb darüber nachdenken, ob die, die sich dann immer noch nicht impfen haben lassen, für ihre Tests bezahlen sollten. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte sich im ZDF-«Morgenmagazin» ähnlich geäußert: «Wenn alle, die sich Impfen lassen können, das dann trotzdem nicht machen, dann muss man auch vielleicht darüber nachdenken, ob die Testmöglichkeiten dann eben auf deren Kosten gehen und nicht mehr auf Kosten der Allgemeinheit.»

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im niedersächsischen Landtag, Julia Willie Hamburg, sagte am Montag, die Debatte helfe nicht weiter und sorge «eher dafür, dass sich Menschen zurückgesetzt fühlen». Es gebe immer noch viele, insbesondere Kinder, die noch keinen Zugang zur Impfung haben. «Erst wenn tatsächlich alle die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen, werden sich solche weitergehenden Fragen stellen», sagte Hamburg.

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