Vorerst kein Ende der Maskenpflicht in Sicht

09.07.2021 Trotz relativ niedriger Inzidenzwerte will das Land vorerst an der generellen Maskenpflicht festhalten. Unterdessen steigen im Landkreis Cloppenburg wieder die Infektionszahlen mit der Gamma-Variante des Coronavirus.

Eine FFP2-Maske liegt auf einem Leuchttisch. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eine Abschaffung der generellen Maskenpflicht in Niedersachsen ist nach Aussagen der Landesregierung vorerst nicht geplant. «Wir müssen, wie so häufig leider in dieser Pandemie, die Entwicklungen abwarten», sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums Oliver Grimm am Freitag in Hannover. Man wisse noch nicht, wie sich die Delta-Variante des Coronavirus auswirke, außerdem seien erst rund 40 Prozent der Menschen in Niedersachsen vollständig geimpft.

CORONA-INFEKTIONEN IM SCHLACHTHOF: In einem Schlacht- und Zerlegebetrieb im oldenburgischen Essen (Kreis Cloppenburg) ist bislang unter 15 Beschäftigten die aus Brasilien stammende Gamma-Variante des Corona-Virus festgestellt worden. Die Sequenzierung von weiteren positiven Befunden laufe noch, teilte der Landkreis mit. Laut Robert Koch-Institut (RKI) lag der Sieben-Tage-Inzidenzwert im Landkreis bei 15,2. Derzeit befindet sich der Landkreis noch in der Stufe 0 des Niedersächsischen Stufenplans, der für Inzidenzwerte zwischen 0 und 10 gilt. Eine Verschärfung der Corona-Regeln sei derzeit nicht geplant, weil das aktuelle Infektionsgeschehen punktuell und eingegrenzt sei, hieß es.

IMPFUNG VON JUGENDLICHEN: Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Niedersachsen hält eine Corona-Impfung der Jüngeren zur Verhinderung einer vierten Infektionswelle im Herbst für notwendig. «Alle Kinder und Jugendlichen über 12 Jahre sollen jetzt die Möglichkeit einer Sars-CoV-2-Impfung erhalten», sagte der Landesvorsitzende Tilman Kaethner am Freitag. Die ständige Impfkommission (Stiko) hat bisher keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren ausgesprochen.

IMPFANREIZE: Niedersachsen plant derzeit keine speziellen Anreize, um noch mehr Menschen von einer Impfung zu überzeugen, wie es etwa in den USA mit Lotterien geschieht. Das Impftempo im Land sei nach wie vor hoch, auch wenn es in vielen Impfzentren freie Termine gebe, teilte das Gesundheitsministerium in Hannover auf Anfrage mit. «Nach wie vor werden allein in den Impfzentren täglich mehr als 30 000 Impfungen durchgeführt, auch weil viele Personen von der Warteliste in diesen Tagen an der Reihe sind», sagte Ministerin Daniela Behrens.

GEFÄHRDETE KINDER UND JUGENDLICHE: Die niedersächsischen Jugendämter haben im Pandemiejahr 2020 mehr Hinweise auf gefährdete Kinder erhalten als im Vorjahr. Insgesamt hätten sie 15 015 Gefährdungseinschätzungen vorgenommen, teilte das Landesamt für Statistik in Hannover mit. Dies waren etwa 6,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei 4090 Kindern, also gut einem Viertel der Fälle, stellten die Jugendämter eine Kindeswohlgefährdung fest.

LEICHT GESTIEGENE INZIDENZ: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen ist erneut leicht gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Freitag 4,9 bestätigte Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Am Donnerstag hatte die Inzidenz noch bei 4,6 gelegen. Landesweit wurden 57 neue Infektionen registriert, die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg um 3 auf 5794.

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