Lange Haftstrafen wegen gemeinschaftlicher Geiselnahme

09.07.2021 Wegen gemeinschaftlicher Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung sind zwei Männer am Freitag vor dem Landgericht Bremen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Wie der Gerichtssprecher sagte, sah es die Kammer als erwiesen an, dass der 39-Jährige und der 45-Jährige zusammen mit anderen im Jahr 2016 einen Mann gefesselt und mit einer Pistole bedroht und geschlagen haben. Demnach hielten sie den Mann tagelang fest, um von ihm Hintergründe über einen Überfall auf eine Teestube in Bremen zu erpressen. Der Prozess hatte im April 2018 begonnen und wurde laut Gerichtssprecher nach knapp 180 Verhandlungstagen beendet. (Az.: 5 KLs 120 Js 75726/16)

Eine Statue der Justitia hält eine Waagschale. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der 39-Jährige wurde zu acht Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der 45-Jährige muss laut Urteil sieben Jahren und drei Monate in Haft, ihn verurteilte die Kammer zusätzlich wegen des Besitzes einer Schusswaffe. Die Staatsanwaltschaft hatte für die Männer Freiheitsstrafen von acht Jahren und zehn Monaten beziehungsweise von sieben Jahren und acht Monaten gefordert. Die Angeklagten hatten Teilgeständnisse abgelegt, aber abgestritten, massive Gewalt ausgeübt zu haben.

Die Männer sitzen seit rund dreineinhalb Jahren in Untersuchungshaft - dies wird auf die Haftzeit angerechnet. Bis das Urteil rechtskräftig wird, kommen sie auf freien Fuß, wie der Gerichtssprecher sagte. Falls Revision eingelegt wird, kann es dauern, bis die Urteile in Kraft treten, denn dann würde der Bundesgerichtshof das Urteil auf Rechtsfehler prüfen. Der Prozess hatte zunächst gegen fünf Männer begonnen, gegen drei von ihnen wurde das Verfahren abgetrennt.

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