Corona-Hilfen und -Kredite bei 4,5 Milliarden Euro

08.07.2021 Wegen der Pandemie hatte die niedersächsische Förderbank 2020 so hohe Hilfen wie nie zuvor bewilligt. Während der ersten Monate des laufenden Jahres ist jetzt noch ein großer Batzen dazu gekommen.

Eine Frau hält Geldscheine und Münzen in der Hand. Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Corona-Hilfen und -Kredite der landeseigenen Förderbank für die Wirtschaft in Niedersachsen nehmen nach dem Rekord-Jahresvolumen 2020 weiter stark zu. Vom Beginn der ersten Pandemiewelle in Deutschland im März 2020 bis einschließlich zum Mai dieses Jahres betrug die entsprechende Gesamtsumme bereits 4,55 Milliarden Euro. Dies geht aus aktuellen Daten des Instituts hervor. Nach Angaben vom Donnerstag teilt sich der Betrag in gut 4 Milliarden Euro an «reinen» Hilfen im engeren Sinne wie Zuschüsse sowie in etwas mehr als 500 Millionen Euro für ergänzende Darlehensprogramme auf.

Im vergangenen Jahr hatte die gesamte Wirtschaftsförderung im Land schon eine Marke von mehr als 3 Milliarden Euro erreicht - in etwa eine Verdreifachung gegenüber 2019. Davon waren knapp 1,9 Milliarden Euro allein auf genehmigte oder ausgezahlte Mittel für angeschlagene Unternehmen und Selbstständige in der Corona-Krise entfallen. Damit ist bereits in den ersten fünf Monaten 2021 deutlich mehr Geld dieser Art geflossen als über das ganze erste Corona-Jahr 2020.

Größter Einzelposten bei den Wirtschaftshilfen waren bisher die in Niedersachsen ausgezahlten Tranchen der Überbrückungshilfen I, II und III mit gut 1,1 Milliarden Euro. Die Corona-Soforthilfen des Landes für in Not geratene Betriebe mit Beteiligung des Bundes kamen auf etwa 741 Millionen Euro, die allein von Niedersachsen übernommene Summe dieser Kategorie erreichte bislang 167 Millionen Euro. Die bewilligten - und teils verspätet abgewickelten - Novemberhilfen kamen auf 448 Millionen, die Dezemberhilfen auf 468 Millionen Euro.

Bei den Krediten summierten sich die Darlehen an Firmen zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit auf 420 Millionen Euro. Der sogenannte Schnellkredit des Landes erreichte bis zum Mai ein Fördervolumen von gut 85 Millionen Euro, gemeinnützige Organisationen erhielten auf diese Weise insgesamt rund 13 Millionen Euro.

«Der Bedarf an Corona-Hilfen ist nach wie vor ungebrochen hoch», so der Vorstandschef der Bank, Michael Kiesewetter, zum Zwischenstand. «Allein in diesem Jahr bewilligte die NBank bisher mehr als 92 000 Anträge über eine Gesamtsumme von 2,65 Milliarden Euro.»

Neben der Auszahlung von Mitteln aus Landestöpfen organisierte das Institut - wie andere öffentliche Förderbanken - einen großen Teil der regionalen Verteilung von Bundesmitteln. Die Antragsverfahren waren dabei angesichts des hohen wirtschaftlichen Drucks von vielen Empfängern oft als zu komplex und zu langwierig kritisiert worden. Jedoch mussten die Banken auch auf hinreichende Kontrollen achten, nachdem es zu vielen Betrugsfällen gekommen war.

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