Prozess um Tod von zwei Deutschen erneut verschoben

05.07.2021 Der Prozess um den gewaltsamen Tod von zwei Deutschen im westafrikanischen Ghana verschiebt sich zum dritten Mal. Weitere Unterlagen und Untersuchungen seien notwendig, bevor das Verfahren beginnen könne, sagte der Ermittler der Staatsanwaltschaft, Chefinspektor Frazer Nutakor, am Montag im Amtsgericht Weija unweit der Hauptstadt Accra. Das Gericht setzte einen neuen Termin für den 19. Juli an.

Vor dem Landgericht hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Polizeikrankenhaus in Accra habe mittlerweile «Ersticken und Erwürgen» als Todesursachen sowie ein «mutmaßliches Tötungsdelikt» der beiden Deutschen bestätigt, sagte Nutakor. Es müssten demnach aber noch die Ergebnisse eines toxikologischen Tests abgewartet werden.

Der Prozess gegen den 43 Jahre alten Mann aus dem Nachbarland Burkina Faso, der seine deutsche Freundin und deren Tochter brutal getötet haben soll, hatte sich zuvor bereits nach hinten verschoben - das Gericht wollte der Staatsanwaltschaft mehr Zeit für Ermittlungen geben.

Der Angeklagte steht unter Verdacht, im nahe der Hauptstadt gelegenen Küstenort Kokrobite die Deutsche und ihre 13-jährige Tochter ermordet zu haben. Beide waren Anfang 2020 in das Land gezogen und im Oktober tot aufgefunden worden.

Ihre Leichen hatte der Mann nach Angaben der Polizeisprecherin auf dem Wohngelände verscharrt. Nachbarn hatten die Polizei aufgrund eines starken Gestanks und der langen Abwesenheit der Frau und ihrer Tochter benachrichtigt. Nach Angaben von Polizeisprecherin Effia Tenge waren die Leichen in einem Krematorium verbrannt und ihre Asche zur Beisetzung nach Deutschland geflogen worden.

Im Oktober hatte Tenge nach Angaben örtlicher Medien erklärt, der Mann habe die Tat gestanden. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Der Angeklagte habe seine Freundin demnach während eines Streits mit einem Hammer erschlagen, die Tochter erwürgt und beide in seinem Garten begraben. Laut «Bild»-Zeitung, die zuvor über den Fall berichtete, stammt die Arzthelferin aus Bodenburg bei Hildesheim in Niedersachsen. Sie hatte den Schmuckhersteller über das Internet kennengelernt.

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