Bremen sperrt «Poser-Kreuzung»: Kontrollen auch in Celle

04.07.2021 «Auto-Poser» treffen sich mit ihren getunten Wagen gern an bestimmten Orten - und bringen bei zu schnellem Fahren sich und andere in Gefahr. Ein neuralgischer Punkt in Bremen ist nachts an Wochenenden vorsichtshalber gesperrt. Etliche Fahrzeuge wurden schon abgewiesen.

Das Wort "Polizei" steht auf einem Einsatzwagen. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die mit Vorliebe von «Auto-Posern» in Bremen genutzte Sielwall-Kreuzung ist am Wochenende während der Nachtstunden komplett gesperrt geblieben. Diese Maßnahme gilt nun jeweils freitags bis sonntags zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr. An der Kreuzung wurden vorläufige mobile Sperren in Form von Baken sowie Verkehrsschilder aufgestellt. Als dauerhafte Lösung prüft die Stadt Schranken, die sich durch Transponder automatisch öffnen. An der Kreuzung sollen außerdem Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma eingesetzt werden.

Zum Auftakt beteiligte sich auch die Polizei an den Kontrollen. Danach müsse es aber ohne die Beamten gehen, die an vielen anderen Brennpunkten der Stadt am Wochenende gebraucht würden, hieß es aus der Bremer Innenbehörde. Ziel der Einschränkungen am Sielwall sei es insbesondere, der Poser-Szene im Viertel einen Riegel vorzuschieben. Dabei geht es vor allem um zu schnelles Fahren mit getunten Autos.

Um das Einfahrtsverbot zum Sielwall an der betreffenden Stelle durchzusetzen, wies die Polizei zwischen Freitagabend und dem frühen Sonntagmorgen insgesamt schon rund 2600 Fahrzeuge ab. «Auch vergangene Nacht wollten viele Autofahrerinnen und Autofahrer die vier Absperrpunkte passieren», berichteten die Beamten am Sonntag.

Bei Wendemanövern sei es «teilweise zu kritischen Situationen» gekommen. Andererseits nahmen manche Anwohner das Angebot einer zeitweilig verkehrsberuhigten Zone offensichtlich allzu wörtlich und versuchten, auf der Sielwall-Kreuzung Fußball zu spielen: «Die Einsatzkräfte beendeten das Experiment und stellten den Ball sicher.»

Auch in Niedersachsen ging die Polizei gegen «Auto-Poser» vor. So gab es in Celle «gezielte Kontrollmaßnahmen im Umfeld der Szene», wie die örtlichen Beamten mitteilten. Dabei habe man «diverse nicht zulässige Veränderungen» an den Fahrzeugen festgestellt - zwei Autos durften gar nicht weiter genutzt werden. Es seien 21 Verfahren wegen Verkehrsordnungswidrigkeiten gegen die Besitzer eingeleitet worden.

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