Höchste Firmeninsolvenz-Quote in Bremen: Land im Mittelfeld

22.06.2021 Der Anteil zahlungsunfähiger oder überschuldeter Unternehmen ist in Bremen im ersten Halbjahr nach Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform erneut besonders hoch gewesen. Wie für Berlin wurden für das kleinste Bundesland rechnerisch 80 Insolvenzen auf 10.000 Firmen ermittelt. Creditreform stellte seine jüngste Auswertung am Dienstag vor. Bundesweit lag die Insolvenzquote während der ersten sechs Monate hochgerechnet bei 54. Niedersachsen lag mit 53 knapp unter dem überregionalen Durchschnitt.

Zwei Passanten gehen an einem aufgegebenen Geschäft vorbei. Foto: Frank Rumpenhorst/FRank Rumpenhorst/dpa/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Beide Länder hielten so in etwa ihre Platzierungen aus dem Vorjahr. Die Quote selbst verbesserte sich verglichen mit Ende 2020 in Bremen etwas, während sie sich in Niedersachsen leicht verschlechterte.

Angesichts der wirtschaftlichen Corona-Folgen verlief die Entwicklung zuletzt relativ glimpflich. Dies liegt aber auch an Sondereffekten wie den öffentlichen Milliardenhilfen und vorübergehenden Lockerungen im Insolvenzrecht. «Bei der Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen wirken weiterhin die staatlichen Corona-Hilfsmaßnahmen nach - insbesondere die Aufhebung der Insolvenzantragspflicht, die bis Ende April galt», erklärte Patrik-Ludwig Hantzsch von Creditreform.

Deutlich nach oben geschnellt ist in manchen Regionen derweil die Zahl der Verbraucherinsolvenzen. Als zentraler Grund hierfür gilt eine Reform des Verbraucherinsolvenzrechts, die Privatpersonen eine schnellere Befreiung von ihren Restschulden ermöglicht. Ein Abwarte-Effekt habe die entsprechenden Insolvenzzahlen im vergangenen Jahr noch gedrückt, nun löse sich dieser Stau auf.

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