Angeklagter bestreitet Mordversuch

02.06.2021 Weil er versucht haben soll, seine Ex-Partnerin und deren Schwester umzubringen, steht ein 42-Jähriger seit Mittwoch vor dem Landgericht Hildesheim. Er habe niemanden töten wollen, ließ der Angeklagte zum Prozessauftakt von seinem Rechtsanwalt erklären. Ein Schuss habe sich von allein gelöst. Der Mann hatte im Dezember 2020 in Uetze seiner Schwägerin aus kurzer Distanz ins Gesicht geschossen, als sie seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau zur Hilfe geeilt war.

Blick auf das Landgericht in Hildesheim. Foto: Holger Hollemann/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach Angaben eines Gerichtssprechers schilderte die Schwägerin als Zeugin die Tat ganz anders. Demnach habe der Mann sie mit der Pistole im Gesicht aufs Sofa gedrängt und aus kurzer Distanz abgefeuert. Das Projektil trat laut Anklage an der rechten Wange der Frau ein und an ihrem rechten Ohr wieder heraus. Sie sei psychisch zerstört, ihre Gesichtshälfte sei immer noch taub und sie nehme Schmerz- und Beruhigungsmittel, sagte die Zeugin dem Sprecher zufolge.

Ein weiter Schussversuch soll gescheitert sein, weil die Waffe nicht mehr funktionierte. Daraufhin flüchtete der Mann. Er war frühmorgens in die Wohnung seiner Ex-Partnerin eingebrochen, die sich eingeschlossen und ihre Schwester angerufen hatte. Nach Schilderung des Angeklagten hatte seine Frau nach ihrem Auszug verhindert, dass er das Wochenende mit der kleinen gemeinsamen Tochter verbringt.

Dem Deutschen wird von der Staatsanwaltschaft versuchter Totschlag, gefährliche Körperverletzung und ein Verstoß gegen das Waffengesetz zur Last gelegt. Aus Sicht der Kammer kommt auch eine Verurteilung wegen versuchten Mordes aus niedrigen Beweggründen in Betracht. (Az.: 12 Ks 17 Js 48178/20)

© dpa-infocom GmbH

Weitere News