Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt nimmt Tempo auf

01.06.2021 Das vorsichtige Wiederhochfahren der Wirtschaft in Handel, Tourismus, Gastronomie und Dienstleistungen zeigt in der Arbeitsmarkt-Statistik erste positive Spuren. Doch insgesamt bleibt die Lage noch wacklig - von der schwierigen Lehrstellen-Besetzung ganz zu schweigen.

Auf einem Würfel ist das Logo der «Bundesagentur für Arbeit» zu sehen. Foto: Felix Kästle/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Arbeitsmarkt im Nordwesten hat nach einer zunächst zögerlichen Frühjahrsbelebung nun doch noch mehr Tritt gefasst. Damit verbessern sich die Aussichten, dass im Fall einer weiteren Entspannung der Corona-Lage neue Beschäftigung entsteht. Viele Firmen haben jedoch weiter Probleme, Auszubildende zu finden.

Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag berichtete, waren im Mai in Niedersachsen rund 249.600 Menschen ohne Job registriert. Das entsprach einem Rückgang um 2,9 Prozent im Vergleich zum April. Zum ersten Mal lag die Zahl unter dem Vorjahresniveau - sie war um 4,6 Prozent niedriger als im Mai 2020, als die Pandemie voll auf die Wirtschaft durchgeschlagen hatte. Die Arbeitslosenquote aller niedersächsischen Kommunen nahm zuletzt um 0,2 Punkte auf 5,7 Prozent ab. Stichtag der Erhebung war der 12. Mai.

Bereits davor waren die Zahlen gesunken, die übliche saisonale Erholung nach dem Winter fiel im April jedoch noch relativ schwach aus. Die BA hofft, dass im Zuge möglicher weiterer Corona-Lockerungen jetzt auch die Bereitschaft der Unternehmen weiter steigt, Personal einzustellen. Derzeit suchten viele Firmen schon wieder Beschäftigte: Im Mai seien 6,9 Prozent mehr neue Stellen gemeldet worden als im April. Ein positives Anzeichen für eine wieder robustere Konjunktur ist auch, dass Unternehmen inzwischen seltener Kurzarbeit anzeigen.

Auch im Land Bremen stabilisierte sich der Jobmarkt. Hier standen für den abgelaufenen Monat knapp 40.300 Arbeitslose in der Statistik, 2,6 Prozent weniger als im April, 3,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Quote lag bei 11,0 Prozent, 0,3 Punkte unter dem April-Wert. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen war um knapp ein Drittel höher.

Schwierig ist - wie schon im Vorjahr - die Besetzung von Lehrstellen mit geeigneten Bewerbern. Die Vizechefin der BA-Regionaldirektion, Shirin Khabiri-Bohr, warb bei jungen Leuten dafür, sich «umgehend bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit zu melden». Für das nach den Sommerferien beginnende neue Ausbildungsjahr hätten auch Bewerber mit weniger guten Noten Chancen.

Noch gibt es ein Missverhältnis zwischen den Ausschreibungen und dem Interesse der Schulabgänger. Rund 47.300 bis Mai angebotenen Stellen standen in Niedersachsen gut 39.000 Termine bei den Berufsberatern gegenüber - 6,5 Prozent weniger Gespräche als im von besonders hohem Kostendruck belasteten Corona-Jahr 2020. In Bremen bestand zuletzt ebenfalls eine Lücke, auf 4300 gemeldete Lehrstellen kamen knapp 3700 Anmeldungen zur Beratung. Letztere hätten hier aber um fast 10 Prozent zugenommen - laut Khabiri-Bohr ein «erfreulicher» Trend.

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