Tourismus ringt um Hilfe bei Neustart

26.05.2021 Der Tourismus läuft gerade vielerorts in Niedersachsen langsam wieder an. Um so richtig in Fahrt zu kommen, gibt es den Ruf nach weiteren Hilfen. Das Land verweist auf bestehende Millionen-Unterstützung und setzt auf vorsichtige weitere Lockerungen.

Bernd Althusmann (CDU), Wirtschaftsminister in Niedersachsen, spricht im Landtag. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Niedersachsen möchte den Tourismus beim Neustart nach dem Corona-Lockdown unterstützen, zugleich aber an seiner vorsichtigen Linie festhalten. Beim Niedersächsischen Tourismusdialog mit Kommunalvertretern und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) am Donnerstag gehe es darum, den Weg aus der Krise abzustecken, sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch in Hannover. «Wichtig ist, durch Lockerungen den Tourismus in die Lage zu versetzen, wieder anzulaufen.» Weitere Öffnungsschritte werden in der neuen Landes-Corona-Verordnung bestimmt, die ab Montag (31.5.) greift.

Für den Neustart des Tourismus in Niedersachsen forderte der Städte- und Gemeindebund Unterstützung vom Land - etwa nach bayerischem Vorbild. «Nur wenn die Kommunen hier vom Land, wie zum Beispiel in Bayern, nachhaltig unterstützt werden, wird es gelingen, die Arbeitsplätze und die daran hängenden Steuereinnahmen zu sichern», sagte der Sprecher des Niedersächsischen Gemeindebundes, Thorsten Bullerdiek.

Der Sprecher des Wirtschaftsministeriums verwies vor dem Hintergrund darauf, dass das Land in der Krise bereits 120 Millionen Euro zur Unterstützung von Tourismus und Gastronomie bereitgestellt habe.

Wirtschaftsminister Althusmann verteidigte den vorsichtigen Kurs des Landes. «Wir werden uns bei unserem Handeln weiterhin von dem Gedanken leiten lassen, die Menschen in unserem Land zu schützen und gleichsam, soweit es geht, unsere Wirtschaft», sagte der Minister der «Nordsee-Zeitung». Im Zweifel sei Vorsicht gerechtfertigt, argumentierte Althusmann - denn das Virus verändere sich nach wie vor rasch. Tourismus und Gastronomie würden überdies auch mit viel Hilfsgeld unterstützt.

Den Fahrplan für weitere Lockerungen hat die Landesregierung im Stufenplan 2.0 abgesteckt, der gerade in die neue Corona-Verordnung eingearbeitet wird. Folgende Regelungen könnten dann ab Montag greifen: Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50, die am Mittwoch in 40 der 45 Landkreise und Großstädte erreicht war, sieht der Stufenplan die Öffnung der Innengastronomie bei halber Auslastung und Testpflicht für die Besucher vor. Eine Sperrstunde greift um 23 Uhr. Für die Außengastronomie fällt bei ein Inzidenz unter 50 die Testpflicht sowie die Sperrstunde weg.

Für Hotels und Beherbergungsbetriebe ergibt sich bei einer Inzidenz unter 50 zunächst keine Veränderung der geltenden Regeln, die eine maximal 60-prozentige Auslastung und Testpflicht für die Gäste vorschreiben. Beide Beschränkungen sollen aber wegfallen, wenn die Inzidenz unter 35 sinkt. Dies war am Mittwoch bereits in 26 der 45 Kreise und Großstädte der Fall.

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