Schulen und Kitas wechseln in Präsenz- und Regelbetrieb

21.05.2021 Endlich wieder alle täglich zusammen in der Kindergartengruppe oder im Klassenraum - die sich verbessernde Corona-Lage macht' s schon bald möglich. Einige Verpflichtungen bestehen aber weiter.

Der Schriftzug «Wir schaffen das!» ist auf einem Aufsteller in der Otfried-Preußler-Schule in Hannover zu lesen. Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Angesichts der sich zunehmend entspannenden Corona-Lage wechseln Schulen und Kindergärten in Niedersachsen vom 31. Mai wieder in den Präsenz- und Regelbetrieb. Voraussetzung sei, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in den jeweiligen Kreisen und Großstädten stabil unter 50 liegt, kündigte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Freitag in Hannover an. Die Test- und Maskenpflicht für den Schulbesuch wird aufrechterhalten. Die Lockerungen basieren auf dem Stufenplan 2.0 der Landesregierung zur Rücknahme von Beschränkungen, der in die kommende Corona-Verordnung ab Ende Mai eingearbeitet werden soll.

«Die Perspektive für mehr Angebote für Kinder und Jugendliche, für mehr Präsenzunterricht ist positiv», sagte Tonne. «Das haben die Kinder und Jugendlichen und die Familien nach einer entbehrungsreichen Zeit verdient.» Eine verlässliche stabile Lage mit niedrigen Infektionszahlen sei die Grundlage für den Regelbetrieb der Bildungseinrichtungen. Derzeit befinden sich bereits wieder praktisch alle Schulen im Wechselunterricht mit geteilten Klassen. Auch die Kindertagesstätten kehrten zumeist in den eingeschränkten Regelbetrieb zurück.

Der Schritt zum Szenario A mit täglichem Schulbesuch im Präsenzunterricht ist möglich, wenn der Inzidenzwert von 50 an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unterschritten wird. Dasselbe gilt in den Kindertagesstätten für den Wechsel ins Szenario A, mit dem die Pflicht zu festen Gruppen entfällt. Der Schritt zurück ins Szenario B wird erforderlich, wenn eine Inzidenz von 50 an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten wird. Im landesweiten Durchschnitt lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag bei 47,1.

Der Kultusminister verwies darauf, dass sich bei den systematischen Schnelltests an Schulen gezeigt habe, dass es bei Schülern und Personal nur geringe Infektionszahlen gebe: 2100 Infektionen bei Schülern und 180 bei Schulbeschäftigten seien entdeckt worden; 8,4 Millionen Test an Schüler und Personal wurden bislang ausgegeben. Rund drei Viertel aller niedersächsischen Lehrkräfte seien zudem inzwischen mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft worden.

Niedersachsen strebt laut Tonne Impfaktionen für Schüler ab zwölf Jahren wenn möglich noch vor den Sommerferien an. Voraussetzung sei eine Zulassung von Impfstoffen für Kinder ab diesem Alter und die Lieferung von genügend Impfstoff. Ein Impfangebot für Schüler ab zwölf Jahren sei dann auch in den Schulen denkbar. Die Sommerferien in Niedersachsen beginnen am 22. Juli.

Der FDP-Bildungsexperte Björn Försterling begrüßte die Rückkehr der Schüler in die Schulen. «Minister Tonne muss aber sicherstellen, dass nicht jedes Schwanken in den regionalen Inzidenzwerten auch zu einem Hin-und-her-Schwanken zwischen den Unterrichtsmodellen führt.» Corona-Ausbrüche, die sich gut isolieren ließen, sollten in einem Landkreis nicht automatisch zu einem Abbruch des Präsenzunterrichts führen. Außerdem müssten den Schülern Aufholangebote auch in den Sommerferien gemacht werden, um die Folgen der vergangenen Pandemiemonate einzudämmen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte für weitere Schulöffnungen ab dem 31. Mai, den Gesundheitsschutz der Beschäftigten sowie den Unterstützungsbedarf der Schüler angemessen zu berücksichtigen. Außerdem beseitigten die aktuellen Öffnungspläne keineswegs die Finanzierungsmängel der Vergangenheit. So könnten die Abstände durch zu kleine Räume und zu große Klassen vielerorts nicht eingehalten werden.

Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL/VDR) begrüßte die Schulöffnungen, pochte aber ebenfalls auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz. Deshalb sei es gut, dass die bisherige Test- und Impfstrategie beibehalten werde, auch wenn Selbsttestungen nicht dazu führen dürften, sich in falscher Sicherheit zu wähnen, sagte der Verbandsvorsitzende Torsten Neumann. «Wir begrüßen daher die Absicht der Landesregierung, allen Schülerinnen und Schülern ab zwölf Jahren ein Impfangebot unterbreiten zu wollen, sobald die bundesweite Impfzulassung erfolgt ist.»

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