Theater starten mit Open-Air-Events wieder durch

19.05.2021 Monatelang war es coronabedingt ruhig in den Spielstätten: Nun dürfen Theater wieder durchstarten - zumindest draußen. Die Nachfrage nach den Open Air-Veranstaltungen ist groß.

Die Theatergruppe «Das Letzte Kleinod» probt im Museumsgarten des Allmers-Hauses in Rechtenfleth. Foto: Sina Schuldt/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach der langen Spielpause wegen der Corona-Pandemie starten Theater in Niedersachsen und Bremen langsam wieder mit Open Air-Veranstaltungen durch: Eine der ersten Aufführungen unter freiem Himmel ist «Heimat und Fremde», inszeniert von der Theatergruppe «Das Letzte Kleinod». Im Museumsgarten des Allmers-Hauses in Rechtenfleth (Landkreis Cuxhaven) feiert das Stück am Donnerstag (20. Mai) Premiere. «Wir freuen uns riesig», sagte Regisseur Jens-Erwin Siemssen. Die Nachfrage nach Karten sei groß. Die Zuschauer müssen einen tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltest vorzeigen, wenn sie nicht geimpft oder genesen sind - und sie sollten sich wetterfest anziehen.

Bereits am vergangenen Wochenende präsentierte das Oldenburgische Staatstheater unter freiem Himmel erste Kostproben aus der Musiksparte. Den Zuschauern wurden auf dem Theatervorplatz bei Kaffee und Kuchen vier Vorstellungen mit je 60 Sitzplätzen geboten. «Nach Beginn des Vorverkaufs waren die Karten nach zehn Minuten ausverkauft», sagte Theatersprecherin Anna Blanke. «Die Leute sind froh, dass es wieder los geht. Und wir sind froh, dass wir wieder spielen dürfen.» Weitere Vorstellungen auf der «Theaterinsel» seien geplant, Termine und Programm stünden aber noch nicht fest.

Möglich machen die Angebote die aktuelle Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen, wonach seit dem 10. Mai bis zu 250 Zuschauer eine Vorstellung besuchen dürfen. Viele Theater bieten in der laufenden Spielzeit digitale Bühnenabende an. Nun gehen sie nach draußen, so wie das Theater für Niedersachsen in Hildesheim: Auf der JoWiese am Hohnsensee feiert am 29. Mai das Musical «Monty Python’s Spamalot» mit zehn Solisten sowie Teilen des Orchesters und des Chors Premiere. «Es ist eine besondere Herausforderung für die Regie, dass bei der Produktion alle Vorschriften eingehalten werden», sagte Sprecherin Julia Deppe. «Aber wir wollten etwas, das zur Location passt und was die Leute amüsiert und unterhält.» Normalerweise werde der Spielplan zwei Jahre im Voraus geplant. Nun sei Spontanität gefragt.

So ähnlich ergeht es auch anderen Häusern. Das Theater Bremen präsentiert ab 28. Mai im Theatergarten in den Wallanlagen den in mehreren Spielzeiten bewährten Liederabend «Istanbul». Das Staatstheater Hannover ist dabei, die «Summer Session 2021» mit Konzerten an drei Orten in der Stadt zu planen. Start ist am 21. Juni, zu hören sein werde eine «bunte Mischung» aus der Opernsparte, sagte eine Sprecherin. Das genaue Programm werde noch erarbeitet, Karten könnten ab Anfang Juni gekauft werden.

Auch beim Staatstheater Braunschweig steckt man mitten in den Vorbereitungen. Fest steht, dass ab 3. Juli die Puccini-Oper «Madama Butterfly» auf dem Burgplatz gespielt wird. «Wir planen eine weitere Open Air-Bühne im Theaterpark neben dem Staatstheater», sagte Sprecher Johannes Ehmann. Dort sollen die verschiedenen Sparten von Mitte Juni bis Anfang Juli Kostenproben zeigen.

Was für andere mehr oder weniger Neuland ist, hat für die Bremer Shakespeare Company lange Tradition: Bereits im 25. Jahr präsentieren das auf der Melcherswiese im Bürgerpark im Juli «Shakespeare im Park.» Die Veranstaltung zieht jedes Jahr - je nach Wetterlage - mehrere Tausend Besucher an.

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