Kommission schlägt Debatten mit Kindern im Landtag vor

12.05.2021 Niedersachsens Kinder- und Jugendkommission wirbt für eine stärkere politische Beteiligung junger Menschen. Bisher würden viele Entscheidungen über die Köpfe der Kinder hinweg getroffen, obwohl sie ihren Lebensalltag sehr wohl beeinflussten, kritisierte der Vorsitzende der Kommission, Johannes Schmidt, am Mittwoch in Hannover. Neue Beteiligungsformen könnten das ändern, beispielsweise indem Kinder auch regelmäßig im Landtag zu Wort kommen: «Wir brauchen mindestens alle zwei Jahre eine Debatte im Landtag unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen.»

Das Leineschloss, Sitz des niedersächsischen Landtags, am Hannah-Arendt-Platz. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbol © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Aber auch die Landesregierung müsse die Perspektiven der Kinder stärker berücksichtigen als bisher, forderte Schmidt. Das betreffe viele Ministerien, etwa bei den Themen Straßenbau, Wohnungsbau und Bildung. Den Kommunen schlug er vor, Ratsbeauftragte für die Kinderbeteiligung zu ernennen, um feste Anlaufstellen zu schaffen.

Der Vorsitzende des Bundesjugendkuratoriums, Wolfgang Schröer von der Universität Hildesheim, erklärte, auch in der Corona-Krise seien die Kinderrechte auf Beteiligung vernachlässigt worden. Das hätten Befragungen von Jugendlichen zur Corona-Politik ergeben. «Die Kinder und Jugendlichen haben nicht gesagt, sie finden das Unsinn, was hier stattfindet», sagte Schröer. «Aber sie haben gesagt, an der Ausgestaltung der Maßnahmen, die sie betreffen, wurden sie nicht beteiligt.»

Sozialministerin Daniela Behrens erklärte, ihr sei bewusst, dass sich viele Kinder und Jugendliche seit Beginn der Pandemie oft nicht ausreichend berücksichtigt gefühlt haben. Die Jungen hätten sich jedoch «unglaublich solidarisch» gezeigt und «vorbildhaft» an der Bekämpfung der Pandemie mitgewirkt. «Deshalb ist es wichtig, dass wir für die kommende Zeit ein besonderes Augenmerk auf Angebote für Kinder und Jugendliche legen», sagte die SPD-Politikerin. Dafür brauche es Angebote zur Beteiligung und Jugendbegegnungen sowie Möglichkeiten, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News