Offensive gegen mangelnde Schwimmfähigkeit bei Kindern

12.05.2021 Die Schwimmfähigkeiten bei Kindern haben Experten schon vor Beginn der Corona-Pandemie beklagt. Da sich die Situation bei geschlossenen Bädern nicht bessert, wollen mehrere Kommunen jetzt gegensteuern.

Zwei Schwimmflügel und ein Schwimmbrett liegen auf einem Startblock in der Schwimmhalle. Foto: David Inderlied/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mehrere Städte in Niedersachsen wollen das Problem mangelnder Schwimmfähigkeit bei Kindern angehen. In Osnabrück sollen in den Sommerferien bis zu 750 Kinder das Seepferdchen machen. Details zur Aktion «Osnabrück lernt Schwimmen» werden am Mittwoch vorgestellt. In Oldenburg ist geplant, ab dem 17. Mai nach der coronabedingten Schwimmpause wieder mehr Zeiten und Kurse anzubieten.

«In den vergangenen Jahren ist die Schwimmfähigkeit bei Kindern leider deutlich zurückgegangen, hier wollen wir entschlossen gegensteuern», sagte der Oldenburger Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Schon im Mai seien Anmeldungen für 400 Kinder möglich, und im Herbst werde es eine weitere Kursoffensive geben.

In Niedersachsen sollen nach dem zu Beginn der Woche vorgelegten Stufenplan ab Anfang Juni Freibäder mit einem Test- und Hygienekonzept in den Landkreisen öffnen dürfen, in denen die Inzidenz unter 100 liegt. Wenn die Inzidenz in einer Region unter 50 sinkt, könnten auch Hallenbäder geöffnet werden.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) begrüßte die Kompaktkurse für Kinder in den Ferien ausdrücklich. Bei der Aktion in Osnabrück handele es sich um eine Initiative, die an die Ortsgruppen herangetragen worden sei, sagte DLRG-Sprecher Achim Weise. Zusammen mit den Kommunen vor Ort sollten dabei die Möglichkeiten zur Öffnungen von Bädern ausgelotet werden.

In Osnabrück haben sich die Stadtwerke mit dem Stadtsportbund, den Schwimmvereinen und den DLRG-Ortsgruppen zusammengetan. Sie betonen, dass mangelnde Schwimmfähigkeit bei Grundschulkindern nicht erst seit der Corona-Pandemie ein Thema sei. Studien würden belegen, dass deutschlandweit bis zu 60 Prozent der Zehnjährigen nicht richtig schwimmen können.

Angesichts des fehlenden Schwimmunterrichts für Tausende Schüler hatte die DLRG erst vor wenigen Wochen die niedersächsische Landesregierung zum Handeln aufgerufen. «Seit März 2020 findet praktisch keine Schwimmausbildung mehr statt», hieß es in einem Schreiben an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Die Wartelisten seien voll und die Nachfrage enorm, bekräftige DLRG-Sprecher Weise.

Der Landessportbund (LSB) betonte, sich während der Corona-Pandemie immer wieder für die Öffnung der Bäder und Schwimmunterricht für Kinder und Jugendliche eingesetzt zu haben. Aktuell bereite der LSB mit dem Landesschwimmverband und der DLRG erneut das Förderprogramm «Niedersachsen lernt Schwimmen» vor, das noch vor den Sommerferien starten soll.

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