Nabu befürchtet Meisensterben: «Stunde der Gartenvögel»

07.05.2021 Das im vergangenen Jahr festgestellte Sterben von Blaumeisen hält nach Nabu-Einschätzung möglicherweise an. Es deute sich an, dass «die Epidemie auch in diesem Frühjahr wieder zuschlägt», sagte Andrea Pohlen von der Nabu-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland am Freitag. Bislang gebe es Meldungen vor allem aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg, aber auch aus Uelzen. Welche und wie viele Vögel tatsächlich durch Gärten und Parks flattern, soll sich vom 13. bis 16. Mai zeigen. Der Nabu rief zur «Stunde der Gartenvögel» auf. 2020 beteiligten sich mindestens 14 100 Menschen aus Niedersachsen an der Zählung, 5000 mehr als 2019.

Das Logo des Naturschutzbundes (NABU), aufgenommen auf einer Pressekonferenz. Foto: Jens Kalaene/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bundesweit habe sich die Zahl der Teilnehmer an der Zählung im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt, sagte Pohlen. Mehr als 161 000 Menschen hätten bundesweit mitgemacht und aus rund 107 000 Gärten über 3,2 Millionen Vögel gemeldet. «Immer mehr Menschen nehmen an der «Stunde der Gartenvögel» teil», sagte Pohlen. «Die Corona-Pandemie hat diesen Trend noch einmal deutlich verstärkt. Das Interesse an der Natur vor der eigenen Haustür steigt.»

Pohlen sagte, die kommende Zählung werde Aufschluss darüber geben, ob die Blaumeisen die Verluste durch erfolgreiche Bruten hätten ausgleichen können. «Leider ist es ebenso möglich, dass sich der Abwärtstrend weiter fortsetzt.» Im vergangenen Jahr sei der Bestand um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen, in Niedersachsen um 14 Prozent. Als Ursache für das mysteriöse Meisensterben wurde nach früheren Nabu-Angaben das Bakterium Suttonellaornithocola identifiziert, das offensichtlich nur bei Meisenarten im Frühjahr Lungenentzündungen verursacht.

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