Trotz Corona: Niedersachsen will 75. Geburtstag groß feiern

27.04.2021 Jetzt wird gefeiert - jedenfalls, wenn die Corona-Pandemie es zulässt: Im November wird das Land Niedersachsen 75 Jahre alt - dafür nimmt die Landesregierung Millionen in die Hand. Eines aber macht Ministerpräsident Weil ganz klar.

Der Ministerpräsident in Niedersachsen Stephan Weil geht eine Treppe im Foyer des niedersächsischen Landtags hinauf. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schon vor fünf Jahren hatte Ministerpräsident Stephan Weil angekündigt: Zum 75. Geburtstag des Landes Niedersachsen will er es krachen lassen. Das bestätigte der SPD-Politiker am Dienstag - zum Jahrestag der Gründung des zweitgrößten Bundeslandes soll es der Corona-Pandemie zum Trotz eine große Feier geben.

Dies sei ein «gewöhnungsbedürftiger Gedanke», aber «wir glauben, es gibt etwas zu feiern», sagte Weil. Die vergangenen 75 Jahre seien eine «glückliche Phase» für das Land gewesen - «vielleicht die glücklichste Phase, die unser Landstrich je hatte». Das Land wurde per Verordnung der britischen Militärverwaltung zum 1. November 1946 aus den alten Ländern Hannover, Oldenburg, Braunschweig und Schaumburg-Lippe gegründet. Damals lebten rund 6,3 Millionen Menschen in Niedersachsen, heute sind es mehr als acht Millionen.

Allerdings stehe die Feier angesichts der Pandemie als bislang wohl größter Krise unter einem besonderen Stern, sagte Weil. Es gebe einen großen Vorbehalt bei den Planungen: «Wir werden keine Risiken eingehen.» Nach Angaben von Protokollchef Matthias Woiwode stehen vier Millionen Euro aus dem Landeshaushalt zur Verfügung. Er räumte ein, das Land müsse Verpflichtungen eingehen. Mit Blick auf die Corona-Krise kündigte er an, die entsprechenden Entscheidungen «in angemessener Zeitigkeit» zu treffen.

Für den 1. November ist laut Weil ein Festakt mit Gästen aus dem In- und Ausland in Hannover geplant. Parallel solle es ein internationales Symposium der Partnerregionen und einen internationalen Schüler-Workshop geben - dabei sollen jeweils fünf Schülerinnen und Schüler über Klimaschutz, globale Partnerschaften oder auch Industriepolitik debattieren.

Abhängig von der Infektionslage solle vom 8. bis 10. Oktober in der Landeshauptstadt der Tag der Niedersachsen gefeiert werden. Man werde «sehr genau hinsehen», ob das in der Pandemie möglich sei, betonte der Regierungschef. An fünf Tagen plant er Wandertouren von je 15 Kilometern - insgesamt «75 Kilometer Niedersachsen», Begleitung erwünscht. Weil: «Das mache ich sowieso gerne.» Die Strecken sind in Lüchow, Salzhemmendorf, Rotenburg/Wümme, Schöningen sowie zwischen Meppen und Osnabrück vorgesehen.

Außerdem soll das Mitmach-Projekt «Digitale Menschenkette» mit Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus-Webb aus Hannover und Keno Veith, der als Platt sprechender «schwatter Ostfrees Jung» zum Internetstar wurde, starten. Menschen sollten Fotos von sich machen, die dann laut Weil zur längsten digitalen Menschenkette zusammengeschnitten werden. Steinhaus-Webb erklärte, sie sei «verliebt in dieses Land», Veith meinte, er sei «stolz, Ostfriese zu sein».

Vorbild der Aktion sei ein indischer Rundfunksender, der 2020 rund 20 000 Teilnehmer zusammenbekommen habe, sagte Weil. «Das wollen wir auch schaffen.» Es sei der Versuch eines Weltrekords: «Ein geringerer Maßstab wäre ja nicht angemessen.»

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