Fast volle Intensivstationen: Kammer warnt vor Überlastung

16.04.2021 Mit Blick auf fast volle Intensivstationen in Niedersachsen hat die Pflegekammer vor einer Überlastung des Gesundheitssystems gewarnt. Rund 86 Prozent der Intensivbetten seien belegt, teilte die Kammer am Freitag mit Verweis auf Zahlen des DIVI-Intensivregisters mit. Demnach steigt die Zahl der Menschen, die wegen einer Corona-Erkrankung beatmet werden.

Ein Mann mit einer Atemschutzmaske geht auf der Corona-Intensivstation einen Gang entlang. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Anteil an Covid-19-Intensivpatienten pro 100 000 Einwohner sei in Norddeutschland auf einem Rekordhoch. «In einigen Regionen wie Celle und Lüchow-Dannenberg sind nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) schon jetzt alle Intensivbetten belegt», so die Kammer.

«Die Mitarbeitenden auf den Covid-Intensivstationen arbeiten seit einem Jahr am Limit», sagte Felix Berkemeyer, Abteilungsleiter einer Intensivpflegestation und Mitglied im Vorstand der Pflegekammer. Dass nun immer mehr junge Corona-Patienten beatmet werden müssen, sei für viele Kolleginnen und Kollegen besonders erschütternd.

Neben mehr Impfungen und einer langfristigen Schnellteststrategie braucht es aus Sicht der Pflegekammer weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Das Personal auf den Intensivstationen müsse dringend entlastet werden, etwa durch das Verschieben von nicht sofort nötigen Eingriffen. Die Kammer empfiehlt, zusätzliche Pflegefachkräfte, etwa aus der Anästhesie, zur Verstärkung auf überlasteten Intensivstationen einzusetzen, wenn dadurch die Notfallversorgung nicht gefährdet wird. Zudem müsse sichergestellt werden, dass Kliniken keine finanziellen Einbußen erleiden, wenn sie Betten für Corona-Patienten freihalten.

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