Falsche Polizisten erbeuten mehr als 150 000 Euro

15.04.2021 Mit der Betrugsmasche falsche Polizisten haben Unbekannte mehr als 150 000 Euro Bargeld, Schmuck und Gold von einer Seniorin aus Stadthagen (Landkreis Schaumburg) erbeutet. Zunächst hatte sich ein Anrufer bei der 73-Jährigen als verdeckter Ermittler vorgestellt und von einem Einbruch in der Nachbarschaft berichtet, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Er bot ihr an, die Richtigkeit seiner Angaben zu überprüfen und gab ihr eine Nummer - doch dort meldete sich eine weitere Betrügerin, die sich als Polizistin ausgab. Zudem wurde die Seniorin an einen angeblichen Staatsanwalt weitergeleitet, der ihr auftrug, bei mehreren Banken jeweils einen unteren vierstelligen Betrag abzuheben und an einem bestimmten Ort zu deponieren.

Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Am nächsten Tag wurde die Frau darüber hinaus angewiesen, Kisten mit Wertsachen aus ihrem Haus draußen abzustellen, um sie vor einem geplanten Einbruch zu schützen. Nach der Übergabe alarmierte die inzwischen misstrauisch gewordene 73-Jährige die Polizei. Am gleichen Tag erstattete eine 89-Jährige Anzeige bei der Polizei Stadthagen, die mit der gleichen Betrugsmasche um insgesamt 6000 Euro gebracht worden war. Insgesamt riefen die falschen Polizisten nach den bisherigen Ermittlungen mehr als 50 Menschen in der Region an und versuchten, ihre Opfer um ihr Erspartes zu bringen.

Immer wieder fallen besonders ältere Menschen auf Betrüger herein, von denen sie am Telefon massiv unter Druck gesetzt werden. Die Beamten raten, wachsam und misstrauisch zu sein und derartige Anrufe mit Vertrauenspersonen zu besprechen. Die Polizei würde nie um die Herausgabe von Geld oder Wertgegenständen bitten, hieß es am Donnerstag.

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