Vereinigung: Ärztestellen auf Ostfriesischen Inseln besetzt

01.04.2021 Dort arbeiten, wo andere Urlaub machen: Für Ärzte auf den Ostfriesischen Inseln kann die medizinische Versorgung gerade zur Urlaubszeit herausfordernd sein.

Ein Stethoskop liegt in einem Behandlungszeimmer eines Facharztes für Allgemeinmedizin. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Trotz eines allgemeinen Landärztemangels ist die medizinische Versorgung mit Hausärzten auf den Ostfriesischen Inseln nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) zurzeit gesichert. Alle vorgesehenen Stellen seien besetzt, sagte der Geschäftsführer der KVN im Bezirk Aurich, Dieter Krott. Jede der sieben Inseln verfüge über mindestens zwei Hausärzte. Nur so könne der wechselnde Bereitschaftsdienst sowie Vertretungen für Fortbildungen und Urlaube auf den Inseln ermöglicht werden. Auf den größeren Inseln Norderney und Borkum arbeiten mehr Hausärzte und auch Spezialisten, wie etwa ein Kardiologe oder ein Kinderarzt.

Ganz anders sieht dagegen die medizinische Versorgung auf den Halligen in Schleswig-Holstein aus. Im Gegensatz zu den Nord- und Ostfriesischen Inseln gibt es dort keine niedergelassenen Ärzte. Alle zwei Wochen setzen Ärzte etwa auf die Halligen Hooge und Langeneß über und bieten eine Arzt-Sprechstunde an. Hooges Inselarzt Gerhard Steinort geht nun in den Ruhestand, ein Nachfolger ist bereits gefunden.

Wenn Ärzte auf den Ostfriesischen Inseln in den Ruhestand gingen, sei die Nachfolgesuche schwieriger als auf dem Festland, erklärte Krott. Neben Wohnraum müsse auch ein passender Arbeitsplatz für den Partner gefunden werden. Bislang sei die Suche aber immer erfolgreich gewesen. «Interessenten für eine Stelle als Inselarzt gibt es immer wieder», sagte Krott. Viele reize die vielfältige Arbeit. In der Saison übernehmen die Inselärzte auch die medizinische Versorgung vieler Touristen.

Für den Start mit einer eigenen Inselpraxis, gewährt die KVN einen Investitionskostenzuschuss in Höhe von 50 000 Euro, sofern sich der Mediziner verpflichtet für mindestens fünf Jahre auf einer Insel zu bleiben. Eine besondere Lösung wurde zuletzt auf Wangerooge gefunden. «Da haben wir lange gesucht», sagte Krott. Nun arbeitet dort eine angestellte Ärztin in einer Praxis, die erstmals in Niedersachsen die KV selbst führt.

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