Menschen mit Behinderung haben es schwer auf Arbeitsmarkt

02.12.2021 Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) hat anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen am Freitag auf deren Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt hingewiesen. «Menschen mit einer Behinderung haben es auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt weiterhin deutlich schwerer als Menschen ohne Handicap», sagte die Ministerin am Donnerstag. Diese Menschen seien zudem durch die Corona-Pandemie besonders betroffen.

Stefanie Drese (SPD) bei einem Termin. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Drese verwies hier auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, wonach Ende Oktober 2021 im Nordosten fast 4100 schwerbehinderte Menschen arbeitslos oder arbeitssuchend gemeldet waren. Im Vergleich dazu waren es zum selben Zeitpunkt im Jahr 2019 nur rund 3800. Eigentlich gibt es für Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten die Maßgabe, 5 Prozent der Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten zu besetzen, andernfalls müssen sie eine Abgabe zahlen. Etwa die Hälfte der Betriebe entscheidet sich den Angaben zufolge für die Abgabe.

Die Ministerin warb darum, dass Firmen unter anderem die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Behindertenwerkstätten nutzen, um Menschen mit Behinderung an den ersten Arbeitsmarkt heranzuführen.

Die gleichstellungspolitische Sprecherin der Linkspartei im Schweriner Landtag, Elke-Annette Schmidt, machte am Donnerstag zudem darauf aufmerksam, wie viele Menschen mit Einschränkungen es gibt: «Schätzungen zufolge sind etwa 15 Prozent der gesamten Weltbevölkerung davon betroffen.» Beim Abbau von Barrieren in deren Lebensumfeld müssten auch die Selbst- und Mitbestimmungsrechte dieser Menschen weiter gestärkt werden, so Schmidt.

Auch der Paritätische Wohlfahrtsverband im Nordosten meldete sich zu Wort. Vor allem Kinder werden aus Sicht des Verbands vernachlässigt. «Wenn Kinder nicht frühzeitig die Unterstützung bekommen, die sie brauchen, verstärken sich Probleme», so der Vorsitzende Friedrich Wilhelm Bluschke. Die Kritik richtete sich auch an die Landesregierung, diese stehe bei der Landesverordnung zur Frühförderung von Kindern mit Beeinträchtigung seit einem Jahr auf der Bremse.

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