Architekten vermissen Impulse fürs Bauen von Rot-Rot

22.11.2021 Welche Perspektiven gibt es angesichts der Klimaziele für alte Häuser in MV? Was wird aus Kommunen, die aus der Städtebauförderung entlassen werden? Das sind offene Fragen der Architektenkammer nach der Lektüre des rot-roten Koalitionsvertrags.

Eine Geschäftsstraße in Schwerin zur sogenannen Blauen Stunde. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern vermisst im Koalitionsvertrag von SPD und Linken in Mecklenburg-Vorpommern klare Impulse für das Bauen und die Stadtentwicklung. In den Bereichen Städtebau, Wohnen und Nachhaltigkeit werde überwiegend nur auf bereits bestehende Bundesprogramme und -initiativen verwiesen, kritisierte der Präsident der Architektenkammer, Christoph Meyn.

Aus seiner Sicht sollte der Gebäudebestand künftig eine wichtige Rolle spielen. «Die Sanierung und intelligente Weiterentwicklung der Bestände an Gebäuden ist sowohl aus Sicht der Nachhaltigkeit als auch des Klimaschutzes erste Pflicht in unserem Bundesland», sagte Meyn. Die bisherige Ausrichtung der sozialen Wohnraumförderung auf den Neubau wirke dem jedoch entgegen und drohe zudem die Aufteilung verschiedener sozialer Schichten auf bestimmte Wohngegendenden zu verstärken.

Nötig seien auch speziell auf das Land zugeschnittene Auffang- und Übergangsprogramme für Kommunen, die aus der Städtebauförderung entlassen werden, sagte der Chef der Architektenkammer. Sie stünden sonst ohne weitere Hilfen und Perspektiven da. Meyn bemängelte außerdem, dass die Baukultur als identitätsstiftende Gemeinschaftsaufgabe für Mecklenburg-Vorpommern in der Koalitionsvereinbarung von Rot-Rot erstmals überhaupt nicht vorkomme.

Mit Blick auf den Nachwuchsmangel in der Baubranche forderte Meyn mehr Ausbildung an den Hochschulen des Landes. «Selbst in der staatlichen Hochbauverwaltung fehlen in Größenordnungen Architekten, die die Projektsteuerung für öffentliche Baumaßnahmen übernehmen können, obwohl dort deutlich bessere Gehälter gezahlt werden als in der freien Wirtschaft», sagte er. In MV würden derzeit weniger als halb so viele Architekten ausgebildet, wie gute Bewerber für die geringe Anzahl von Studienplätzen existierten.

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