Obdachlosenhilfe: «Wir sind natürlich da»

13.11.2021 Die Temperaturen sinken wieder. Besonders für Obdachlose kann das zum Problem werden. Wie wird ihnen im Nordosten geholfen?

Ein obdachlose Frau hält einen Kaffe in der Hand. Foto: Marcus Brandt/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kältere Temperaturen erschweren Menschen ohne feste Bleibe auch im Nordosten das Leben. In der größten Stadt des Landes stellt sich die Rostocker Stadtmission darauf ein. Seit Anfang November habe an Wochenenden und feiertags tagsüber das Wärmestübchen am Güterbahnhof geöffnet, erklärt Mitarbeiter Hartwig Vogt. Für die kalte Jahreszeit sei das ein Ergänzungsangebot zusätzlich zu einem bestehenden Tagesaufenthalt für die Wochentage.

Der Rostocker Obdachlosenhilfe-Verein ist nach Aussage von Ute Wonterowski ganzjährig dreimal wöchentlich mit einem Kältebus unterwegs. «Im Winter, wenn dann extreme Tage dazwischen sind, machen wir auch Sondertouren.» Zwei Streetworker drehten mit dem Fahrzeug dort ihre Runden, wo sie Obdachlose vermuten. Es gebe aber auch bekannte Treffpunkte, an denen sie Lebensmittel oder etwa warme Kleidung ausgeben.

«Man merkt schon jetzt um diese Jahreszeit, dass die Leute doch mehr Druck haben», sagt eine Mitarbeiterin des Fachdienstes besondere Lebenslagen der Caritas in Schwerin. «Im Sommer ist es ja immer noch ein bisschen einfacher, irgendwo einen Schlafplatz auch zu finden» - etwa in Randgebieten oder im Wald. Nun kämen mehr Menschen, die Hilfe suchen. Der Fachdienst sucht nach Hinweisen auch selbst Menschen draußen auf, um Hilfe anzubieten. Daneben könnten sich Menschen tagsüber in einem Café aufwärmen, duschen oder Wäsche waschen. Sofern gewünscht, bieten die Mitarbeiter auch Hilfe beim Wiedereinstieg ins gesellschaftliche Leben an, etwa bei Behördengängen oder der Wohnungssuche. Aktuell würden etwa 90 Klienten fest betreut.

In Neubrandenburg und dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gibt es nach Aussage von Nicolas Mantseris von der Caritas keine offene Obdachlosenszene. Man sehe keine Leute, die regelmäßig draußen schliefen. In Einzelfällen kämen die Menschen etwa bei Freunden unter. «Wir sind natürlich da.» Wenn Menschen in Not kämen, würden Mitarbeiter etwa eine warme Mahlzeit anbieten oder ins Obdachlosenhaus vermitteln.

Für die Nächte stehen in den Städten Schlafplätze in Unterkünften zur Verfügung. Dass die Menschen auch nachts draußen bleiben, sei eher selten, sagt Wonterowski. «So viel, wie ich weiß, gehen die alle ins Nachtasyl.» Sie würde sich allerdings wünschen, dass mehr Menschen auch dauerhaft die angebotene Hilfe nutzen und etwa ins betreute Wohnen kommen. Es gebe aber Obdachlose, «die einfach auf der Straße leben wollen».

© dpa-infocom GmbH

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