Schüler sollen besser auf Berufsleben vorbereitet werden

08.11.2021 Den Firmen im Nordosten fehlen immer häufiger Fachkräfte und Nachwuchs. Die Kammern wollen vor allem die Facharbeiterausbildung wieder stärker ins Rampenlicht rücken - mit Hilfe der Eltern.

Ein Jugendlicher testet an einem Informationsstand für Handwerksberufe sein Geschick. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schüler sollen in Mecklenburg-Vorpommern mit Hilfe der Eltern und eines neuen Gremiums besser auf eine Berufsausbildung vorbereitet werden. Das haben die Industrie- und Handelskammern (IHK) und der Landeseltern- sowie der Landesschüllerrat am Montag in Neubrandenburg vereinbart. Hintergrund ist der Fachkräftemangel, den Unternehmen im ganzen Bundesland inzwischen als Hauptproblem angeben, wie der Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg, Torsten Haasch, am Montag vor Journalisten sagte. Besonders vermisst würden Facharbeiter, seltener Ingenieure oder Ungelernte. Neuer Ansprechpartner soll ein «BerufsOrientierungsBeirat» (BOB) werden.

Der Anteil der Schulabgänger, die sich für duale Ausbildung entscheiden, solle deutlich erhöht werden. «Man muss heute nicht mehr studieren, um gutes Geld zu verdienen», sagte Haasch. Im Nordosten gab es 1996 noch bis zu 30 000 Schulabgänger im Jahr, 2020 waren es 12 700. Davon kamen etwa 4800 Schulabgänger von Gymnasien.

«Unsere Azubi-Umfragen zeigen es seit Jahren: Eltern sind die wichtigsten Berater von Kindern, wenn es um die Berufswahl geht», sagte Haasch. Deshalb sollen Eltern mit Hilfe des Landeselternrates direkter angesprochen und über die neuen Chancen in der jeweiligen Region aufgeklärt werden, wie der Vorsitzende des Verbandes, Kay Czerwinski, sagte.

Eine Forderung an die neue Landesregierung sei, dass Klassen an Berufsschulen auch gebildet werden können, wenn es weniger als 20 Schüler sind. Dadurch könnten junge Leute Berufe in ihrer jeweiligen Region erlernen, was den meisten Familien entgegenkommen würde. In Brandenburg und Thüringen gebe es Ausbildungsklassen an Berufsschulen mit 14 Schülern. In MV sei 20 bisher die Mindestschülerzahl an Berufsschulen.

Die drei IHK im Nordosten vertreten mehr als 60 000 Unternehmen im Nordosten. «Wir müssen nicht darüber reden, potenzielle Arbeitnehmer aus Drittstaaten zu holen, wenn wir nicht alles tun, um die Ausbildung hier optimaler zu gestalten», sagte Haasch. Die Neubrandenburger IHK betreibt die Bildungsarbeit federführend in MV. Sie zeichnet als einzige Kammer jährlich schon die besten neunten Klassen aus und benennt Lehrlinge mit ausgezeichneten Abschlüssen als Ausbildungsbotschafter, die Schulabgängern von ihren Erfahrungen berichten.

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