Jahn Regensburg «verschenkt» Sieg und Top-Platz

07.11.2021 Beim schnellen Wiedersehen mit Hansa Rostock geht der Jahn früh in Führung. Doch am Ende jubeln wie schon im DFB-Pokal die Hanseaten. Coach Selimbegovic zeigt sich selbstkritisch.

Benedikt Gimber von Regensburg (l) und Calogero Rizzuto von Rostock kämpfen um den Ball. Foto: Armin Weigel/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Bilder im Jahnstadion glichen jenen von vor gut eineinhalb Wochen. Während die mitgereisten Hansa-Fans lautstark ihre aufopferungsvoll kämpfenden Rostocker feierten, trotteten die Regensburger Fußballer nach der ersten Heimniederlage in dieser Saison deprimiert vom Feld. Im Nord-Süd-Duell der 2. Liga hieß der Sieger am Samstag Hansa Rostock - wie schon Ende Oktober im DFB-Pokal-Krimi.

«Es ist uns wichtig, dass wir uns hier im Jahnstadion eine Festung aufbauen, die nicht so einfach einzunehmen ist», sagte Verteidiger Jan Elvedi nach dem 2:3 (1:1). Es schmerze deshalb umso mehr, dass Rostock das jetzt gleich zweimal geschafft habe.

Der Jahn wollte vor heimischer Kulisse zumindest vorübergehend die Tabellenführung vom FC St. Pauli zurückerobern und dominierte die robust geführte, temporeiche Anfangsphase. Folgerichtig ging Regensburg durch einen schönen Schlenzer von Bayern-Leihgabe Sarpreet Singh (34. Minute) in Führung. Hansa-Keeper Markus Kolke streckte sich vergebens. «Wir haben richtig gut begonnen. Rostock hat in der ersten Halbzeit wenig gemacht», sagte Jahn-Coach Mersad Selimbegovic.

Umso bitterer war das, was anschließend passierte. Innerhalb von neun Minuten gaben die überlegenden Regensburger die Partie aus der Hand. Zweimal John Vorhoek (43./52.) und der ehemalige Nürnberger Hanno Behrens (49.) drehten die Partie zum Leidwesen von Ex-Geschäftsführer Christian Keller, der sein Amt nach über acht Jahren Ende Oktober niedergelegt hatte und im Stadion quasi als Jahn-Fan mitlitt.

«In der zweiten Halbzeit haben wir es in fünf Minuten verschenkt», analysierte Selimbegovic. Die Niederlage müsse sich seine Mannschaft selbst ankreiden. «Wir brauchen keine Entschuldigung zu suchen», sagte der Coach. Er sah nach Rostocks Blitzstart in der zweiten Spielhälfte ideen- und hilflose Regensburger, die sich zwar bemühten, aber durch das Abwehrbollwerk der Rostocker kaum durchstachen. Ein Pfosten-Knaller von Benedikt Gimber sorgte für ein letztes Aufbäumen (74.), das nur noch mit dem Tor zum 2:3 von Makridis belohnt wurde.

© dpa-infocom GmbH

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