Auffrischungsimpfungen in den meisten Heimen zu bekommen

01.11.2021 Der Impfschutz gegen das Coronavirus hält nicht ewig. Auffrischungsimpfungen sollen helfen vor allem Ältere zu schützen. Doch noch hatten nicht alle Pflegeheime Besuch von Impfärzten.

Ein Mann wird geimpft. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In den Pflegeheimen Mecklenburg-Vorpommerns sind die Auffrischungsimpfungen gegen Covid-19 nach Angaben des Sozialministeriums weit fortgeschritten und sollen bis Mitte November abgeschlossen sein. Bislang habe es in 202 von landesweit 253 Einrichtungen die sogenannten Booster-Impfungen gegeben, teilte das Ministerium unter Hinweis auf die Ergebnisse einer Umfrage unter allen Heimen mit. In 52 Fällen hätten Hausärzte, in 150 Fällen mobile Impfteams der Kreise und kreisfreien Städte die Impfungen vorgenommen.

Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) bezeichnete die damit erreichte Quote von 80 Prozent als sehr gut. «Es ist erfreulich, dass wir mit den Dritt-Impfungen in den Pflegeeinrichtungen schon sehr weit sind. Die Booster-Impfungen sind die wichtigste Schutzmaßnahme für die Bewohnerinnen und Bewohner in unseren Pflegeheimen», betonte Drese. Landesweit werden laut Ministerium rund 19.300 Senioren vollstationär betreut. Bis auf wenige, meist medizinisch begründete Ausnahmen hätten diese auch die bisherigen Impfangebote angenommen. Die Impfquote der Heimbewohner wurde mit über 90 Prozent angegeben.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) mahnte schnelle Corona-Auffrischimpfungen für alle älteren Menschen an. «Wir werden in den nächsten Tagen alle Über-70-Jährigen, die zu Hause wohnen, anschreiben und ihnen diese Booster-Empfehlung nochmal mitteilen, die es von der Stiko gibt», sagte Schwesig am Sonntag im «Bericht aus Berlin» der ARD. Sowohl bei den Hausärzten als auch in den Impfstützpunkten könnten die dritten Spritzen verabreicht werden.

Anfang September waren in Hausarztpraxen Mecklenburg-Vorpommerns die Auffrischungsimpfungen für Senioren gestartet worden, wenig später auch in den Pflegeheimen. Mit den Drittimpfungen soll der nachlassenden Immunität gegen das Coronavirus entgegengewirkt werden. Das Ministerium verwies auf internationale Studien, nach denen der Impfschutz acht Monate nach der Zweitimpfung teilweise nur noch 20 bis 40 Prozent betrage. Ende Dezember 2020 hatten bei damals noch sehr knappem Impfstoff im Nordosten die Schutzimpfungen in Seniorenheimen begonnen.

Im Zuge wieder zunehmender Infektionszahlen hatte es im Oktober auch in Pflegeheimen des Landes wieder Corona-Ansteckungen gegeben. Dabei hatten sich Ungeimpfte und auch Geimpfte infiziert. Nach einem größeren Corona-Ausbruch in einem Heim in Bad Doberan hat sich die Zahl der Todesfälle auf 17 erhöht. Wie Geschäftsführerin Jolanta Armbrecht am Montag sagte, gehe es den anderen infizierten Bewohnern inzwischen wieder besser. Fast alle 83 Bewohner waren positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ein hausinternes Fest, an dem auch Ungeimpfte teilnahmen, gilt als Auslöser. Für kommende Woche werde ein mobiles Impfteam erwartet, sagte Armbrecht. Mehrere Bewohner und auch Mitarbeiter hätten sich für Impfungen angemeldet.

Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales in Rostock gibt es aktuell in 13 Heimen Corona-Infektionen. Betroffen waren oder sind demnach 161 Bewohner und 72 Mitarbeiter. Dem Vernehmen nach gab es im Zusammenhang mit diesen Ausbrüchen insgesamt mehr 20 Todesfälle.

Drese forderte die Leitungen der Heime, in denen es noch keine Auffrischungsimpfungen gab, auf, Termine mit den mobilen Impfteams zu vereinbaren. Allerdings seien auch die Impfmanager der Landkreise und kreisfreien Städte gebeten, auf die Einrichtungen zuzugehen. «Auch den Hausärzteverband werden wir nochmals ansprechen und für die Impfungen in den Pflegeeinrichtungen sensibilisieren», erklärte Drese.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte Anfang Oktober ihre Empfehlung zu Auffrischimpfungen ausgeweitet. Sie richtet sich an Menschen ab 70, Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Bewohner von Pflegeheimen, Pflegepersonal und medizinisches Personal mit direktem Kontakt zu Patienten. Die Impfverordnung sieht die Möglichkeit zur Auffrischung aber grundsätzlich für alle vor, für die es zugelassene Impfstoffe gibt. Angaben dazu, wie viele ältere Menschen in Mecklenburg-Vorpommern außerhalb von Heimen eine Auffrischungsimpfung erhalten haben, gibt es nicht.

«Die Booster-Impfung muss jetzt wirklich schnell sein. Es ist sehr gefährlich gerade für die Älteren auch in den Heimen, und da muss unser Schwerpunkt drauf liegen», betonte Schwesig im «Bericht aus Berlin». Sie warnte davor, die Pandemie jetzt zu unterschätzen. «Corona ist nach wie vor da. Und Corona ist nach wie vor eine Pandemie mit nationaler Tragweite.»

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Sport news

Handball-Europameisterschaft: Kein Kühn-Comeback: DHB-Team unverändert gegen Norwegen

Musik news

Mit 74 Jahren: US-Rockmusiker Meat Loaf gestorben

Tv & kino

RTL-Show: Dschungel '22: Cordalis mit Corona, Glööckler im Glück

People news

Königshaus: Norwegens Prinzessin Ingrid ist volljährig

Internet news & surftipps

Studie: Internet verkraftet Wachstum des Datenverkehrs in Pandemie

Auto news

Tipp: Unterwegs mit Hund und Fahrrad: Vierbeiner im Anhänger

Wohnen

Heizperiode: Gasspeicher leerer als sonst: Ist die Versorgung gefährdet?

Internet news & surftipps

Elektronik: China erlaubt Siltronic-Übernahme durch Globalwafers

Empfehlungen der Redaktion

Regional mecklenburg vorpommern

Auffrischungsimpfungen in bisher acht von zehn Pflegeheimen

Regional mecklenburg vorpommern

Neue Verordnung: Schutz in Pflegeheimen, Booster-Impfungen

Regional niedersachsen & bremen

Alten- und Pflegeheime im Fokus bei Booster-Impfungen

Regional mecklenburg vorpommern

Corona in Bad Doberan: Drese für Auffrischungsimpfungen

Inland

Corona-Schutz: Stiko rät zu Impfauffrischung für viele Menschen

Gesundheit

Besserer Corona-Schutz: Stiko rät zu Auffrischung für viele Menschen

Regional bayern

Viele Pflegebedürftige in Heimen noch ohne dritte Impfung

Regional bayern

Staatsregierung fehlen Daten über Entwicklung der Pandemie