Deutsch-polnischer Katastrophenschutz: Evakuierung geprobt

24.10.2021 Katastrophenschutz während einer Pandemie - das stand am Wochenende bei einer deutsch-polnischen Übung auf Usedom auf dem Programm. Aus dem Innenministerium kommt die Forderung nach einem ständigen Landeskatastrophenstabes.

Teilnehmer proben am DRK-Seminarhaus «Brainstorm» in Schutzanzügen die Evakuierung eines fiktiven Urlaubspflegeheims. Foto: Stefan Sauer/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mehr als hundert Ehrenamtliche sind auf Usedom an der deutsch-polnischen Grenze für eine grenzübergreifende Katastrophenschutzübung unter Pandemiebedingungen zusammengekommen. Teilnehmer probten am Samstag in Schutzanzügen die Evakuierung eines fiktiven Urlaubspflegeheims an der Promenade von Heringsdorf, erklärte Antje Habermann vom Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Nach einem Ausbruch des fiktiven Virus «Diadem» stehe es unter Quarantäne.

Zuvor war laut Übungsszenario vor Heringsdorf ein mit Düngemittel beladenes Schiff havariert und giftige Gase bedrohten den Ort sowie Ahlbeck und Swinemünde.

«Im Groben ist das ganz gut gelaufen», bilanzierte Habermann am Sonntag. «Das war richtig und wichtig, dass wir noch einmal geübt haben.» Verbessern könne man etwa den Funkkontakt zwischen Deutschen und Polen. Hier gebe es noch technische Probleme. Zudem stelle die Verkehrssituation auf Usedom eine Herausforderung für den schnellen Abtransport von Menschen dar, besonders wenn Baustellen bestünden. Auch die Idee eines grenzübergreifenden Rettungsdienstes sei wieder diskutiert worden.

Innenstaatssekretär Thomas Lenz (CDU) forderte in Heringsdorf die Einrichtung eines ständigen Landeskatastrophenstabes. So zeigten etwa Hochwasser und Sturmfluten, Flächenwaldbrände, die Pandemie oder Herausforderungen durch Flüchtlingszuwanderung, dass man einen landesweit zuständigen und dauerhaften Landeskatastrophenstab brauche, der jederzeit einsatzfähig sei, wird Lenz in einer Mitteilung vom Samstag zitiert.

Insgesamt kamen laut Habermann circa 120 ehrenamtliche Einsatzkräfte etwa des DRK, des Landeskatastrophenschutzes, der Freiwilligen Feuerwehr und des polnischen Roten Kreuzes und polnischen Heimatschutzes zusammen. Darüber hinaus seien rund 50 Mimen, 20 Ausbilder und etwa fünf Dolmetscher gekommen. Die Übung zielte demnach darauf ab, die Abläufe grenzübergreifend zu optimieren, um für eine Pandemiesituation noch besser aufgestellt zu sein, sagte Habermann. Das DRK war der Hauptorganisator.

Bereits am Freitag fand laut Habermann der Aufbau für die Übung statt. Am Samstag folgte demnach die eigentliche Übung. Am Sonntag standen Nachbereitung und Abbau auf dem Programm. Zudem starteten am Morgen noch Übungsmodule etwa mit Rettungshunden und Drohnen.

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