Kostenpflicht für Tests hat Impftempo nicht beschleunigt

23.10.2021 Mit der Kostenpflicht für die Corona-«Bürgertests» für Ungeimpfte verband die Politik die Hoffnung, dass sich deutlich mehr Menschen gegen das Corona-Virus impfen lassen. Doch das Tempo bleibt mäßig.

Passanten stehen vor einer Apotheke, die einen Corona-Test für 15 Euro anbietet. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die am 11. Oktober eingeführte Kostenpflicht für die Corona-Bürgertests hat das Impftempo in Mecklenburg-Vorpommern nicht erhöht. Die Impfquote gegen Covid-19 stieg seither - wie auch schon zuvor - um etwa 0,1 Prozentpunkte am Tag. Das geht aus den täglichen Veröffentlichungen des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) hervor. Inzwischen haben demnach knapp zwei Drittel der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern den kompletten Impfschutz. Wissenschaftlern zufolge reicht das jedoch nicht aus, um die erwartete Welle im Herbst und Winter flach zu halten.

«Die Impfquote ist weiter ausbaufähig», hieß es dazu aus dem Schweriner Gesundheitsministerium. Das Haus von Minister Harry Glawe (CDU) verwies auf die weiterhin von den Kommunen angebotenen offenen Impfaktionen, um Unentschlossene zu erreichen. Gerade vor den Herbst- und Wintermonaten, in denen sich das Leben im Wesentlichen in Innenräumen abspiele, sei die Ansteckungsgefahr nach wie vor gegeben, warnte ein Ministeriumssprecher. «Die Höhe der Impfquote hat einen unmittelbaren Einfluss auf die Belastung des Gesundheitswesens durch schwer erkrankte Corona-Infizierte, insofern zählt jede einzelne Impfung.»

Bisher ist die Zahl der Covid-Patienten in den Krankenhäusern niedriger als im Frühjahr, doch sie stieg zuletzt. So lagen laut Landesamt am 2. März 262 Covid-Patienten in den Kliniken des Landes. Am Freitag waren es 67 und damit 11 mehr als eine Woche zuvor.

Von den über 60-Jährigen, die als besonders gefährdet für einen schweren Verlauf von Covid-19 gelten, sind in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen rund 85 Prozent vollständig geimpft. Von den 12- bis 17-Jährigen ist es laut Lagus mehr als jeder Vierte. In der großen Gruppe der 18- bis 59-Jährigen sind es rund 68 Prozent. Dort gab es seit dem 11. Oktober, dem Beginn der Test-Kostenpflicht für ungeimpfte Erwachsene, einen überdurchschnittlich großen Schritt nach vorn: Die Impfquote in dieser Altersgruppe stieg vom 11. bis
22. Oktober um 1,4 Punkte auf 67,7 Prozent.

Noch stärker fiel das Plus in diesem Zeitraum bei den 12- bis 17-Jährigen aus: Hier legte die Impfquote um 3,8 Punkte auf 26,7 Prozent zu. Für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren sollen die Corona-Tests noch bis Jahresende kostenfrei bleiben. Über alle Altersgruppen hinweg betrug der Anstieg der Impfquote vom 11. bis
21. Oktober 1 Punkt und kletterte auf 64,5 Prozent. Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass die Impfquote insgesamt etwas höher liegt als in der Statistik ausgewiesen.

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