Dritter Cyberangriff in einem Monat festgestellt

21.10.2021 Schon zum dritten Mal läutet in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Monat der Cyberalarm. Diesmal ist das Landesamt für innere Verwaltung zum Ziel einer Schadsoftware geworden. In den zuvor attackieren Kommunalverwaltungen arbeitet man zeitgleich am Wiederaufbau.

Die beleuchtete Tastatur eines Laptops spiegelt sich im Bildschirm. Foto: Silas Stein/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach den Angriffen auf die Stadtwerke Wismar Anfang Oktober und den kommunalen IT-Dienstleister in Schwerin am Freitag hat nun das Landesamt für innere Verwaltung (LAiV) mit einer Schadsoftware zu kämpfen. «Ein Zusammenhang mit dem Angriff von vergangener Woche auf den IT-Dienstleister KSM ist aktuell nicht erkennbar», teilte der Landes-IT-Dienstleister DVZ am Donnerstag mit. Als präventive Sofortmaßnahme sei das LAiV vorsorglich vom landesweiten Verwaltungsnetz «CN LAVINE» getrennt worden.

Durch diese Maßnahme seien die IT-Systeme der Landesstatistik und der Erstaufnahmeeinrichtungen in Horst und Stern Buchholz betroffen. Wie der Dienstleister mitteilte, laufen aktuell Untersuchungen über das zentrale Computer-Notfall-Team des Landes.

Währendessen versuchen die von der Attacke am vergangenen Freitag betroffenen Kommunalverwaltungen ihre Bürgerdienste durch eine Mischung aus Amtshilfe und analogen Prozessen wieder zum Laufen zu bringen. «Nunmehr stehen erste Kernfunktionalitäten zur Aufrechterhaltung des laufenden Geschäftsbetriebs wieder zur Verfügung. Der Bürgerverkehr wird in den Verwaltungen zum Teil durch analoge Lösungen aufrecht erhalten», hieß es am späten Mittwochabend aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim.

Bereits gesichert ist den Angaben zufolge der Zahlungsverkehr der Verwaltung, hierzu gehört unter anderem die Auszahlung von Sozialleistungen. In den Schulen sei es zudem wieder möglich, digitale Medien zu nutzen. Gestört bleibt der Mitteilung zufolge weiterhin die KfZ-Zulassung, die Erteilung von Fahrerlaubnissen, aber auch die Verlängerung von Jagdscheinen oder die Ausgabe von Flurkartenauszügen.

Auf die Dienste der KfZ-Zulassungsstelle des Landkreises ist auch die ebenfalls vom Cyberangriff betroffene Landeshauptstadt Schwerin angewiesen. Wie Oberbürgermeister Nico Badenschier (SPD) am Donnerstag mitteilte, werde bis Freitagmittag ein Notbetrieb geprüft. Dann wisse man mehr. Er bezeichnete dies als essenziell, da hiervon auch Existenzen abhingen. Ab Freitag soll zudem in der Stadt der automatische Abgleich der Corona-Daten mit dem Robert Koch-Institut (RKI) wieder funktionieren.

Die Notlage in Schwerin hat zudem Betrüger auf den Plan gerufen: In einer Mitteilung der Stadtwerke Schwerin hieß es am Donnerstag, es gebe falsche Angaben, dass die Stadtwerke in den kommenden Monaten versorgungsunfähig seien. Deshalb sei Kunden an der Haustüre von sogenannten Drückerkolonnen zu einem Wechsel des Anbieters geraten worden. Das Unternehmen stellte fest: «Zu keinem Zeitpunkt ist eine sichere Versorgung mit Strom, Gas, Wasser, Wärme und Telekommunikationsprodukten gefährdet.»

© dpa-infocom GmbH

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