Teststopp an Schulen: Gesundheitsamt untersucht Selbsttests

21.10.2021 Nach der festgestellten Verunreinigung einer Testlösung sind alle Corona-Tests mit der Marke «Deepblue» an den Schulen Mecklenburg-Vorpommerns ausgesetzt worden. Wie eine Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock am Donnerstag sagte, gehen Fachleute dort Hinweisen aus einem privaten Labor nach. Dieses habe zwei verschiedene Bakterien-Arten in einem der Tests nachgewiesen, darunter das Darmbakterium e coli. Es würden zudem mehrere Stichproben unterschiedlicher Chargen des in Rede stehenden Tests untersucht. Mit den Ergebnissen der Laboruntersuchungen im Lagus sei für Freitagmittag zu rechnen.

Ein Schüler führt an einer Schule einen Corona-Schnelltest durch. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dann will auch das Bildungsministerium in Schwerin über das weitere Vorgehen entscheiden, wie ein Sprecher mitteilte. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Falls hatte das Ministerium am Mittwochabend den weiteren Einsatz des Antigen-Selbsttests «Anhui Deepblue Medical Technology» an den Schulen vorsorglich gestoppt.

Dem Vernehmen nach hatten aufmerksame Eltern in Greifswald bemerkt, dass sich die Testflüssigkeit bei einem Selbsttest trüb eingefärbt hatte und die Überprüfung veranlasst. Nach Angaben des Gesundheitsamtes wies die fragliche Testlösung deutlich wahrnehmbare Veränderungen auf, neben der Verfärbung auch im Geruch.

Die Flüssigkeit werde zur Testauswertung genutzt und komme nicht am Menschen zur Anwendung. Zu möglichen Infektionen könne es somit ausschließlich durch Schmierinfektionen bei hygienischen Fehlern kommen.

Laut Bildungsministerium wird der aus China stammende Selbsttest von «Deepblue» an den Schulen des Landes in großem Umfang eingesetzt. Für die regelmäßigen Corona-Tests seien rund 900.000 Stück davon in Umlauf, hieß es. In der Regel würden die Antigen-Tests zweimal je Woche, jeweils am Montag und am Mittwoch, durchgeführt. Für Schüler, die als mögliche Corona-Kontaktpersonen noch diese Woche getestet werden müssten, gebe es in den vier Staatlichen Schulämtern Reserven eines anderen Herstellers.

Den Angaben zufolge haben die Hersteller in Deutschland zugelassener Medizinprodukte alle erforderlichen Nachweise vorgelegt. So seien derzeit Corona-Schnelltests verschiedener Anbieter auf dem Markt.

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