Reisinger: Mitarbeiter-Impfpflicht in sensiblen Bereichen

21.10.2021 Die Meldungen über Corona-Ausbrüche in Pflegeheimen oder Krankenhäusern häufen sich. Ein Experte fordert neue Impfregelungen.

Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Rostocker Epidemiologe Emil Reisinger hat sich angesichts von Corona-Ausbrüchen in Alten- und Pflegeheimen in MV für neue gesetzliche Impfregelungen für Mitarbeiter in «sensiblen Bereichen» ausgesprochen. «Pflegeheime oder Notaufnahmen in Krankenhäusern sind solche Bereiche, für die Mitarbeiter dort sollten Impfungen vorgeschrieben sein», sagte Reisinger am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Er sprach dabei nicht von Zwangsimpfungen. Denn Träger einer Klinik oder einer Pflegeeinrichtung dürften entscheiden, wo sie die Mitarbeiter einsetzen. Die Arbeitgeber könnten auch bei Neueinstellungen auf Impfungen achten.

Unterdessen ist die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einem Corona-Ausbruch in einem Bad Doberaner Pflegeheim weiter gestiegen. Bis Donnerstag seien mehr als zehn Bewohner gestorben, teilte die Geschäftsführerin des Seniorenzentrums «Am Tempelberg», Jolanta Armbrecht, auf Anfrage mit. Da die Mehrzahl der Bewohner Corona-positiv gewesen sei, könne man wohl von einem Zusammenhang sprechen. Es handele sich um hochbetagte Bewohner mit Vorerkrankungen. Zuvor hatte der NDR berichtet.

Nach Aussage von Armbrecht von Mittwochmittag waren es noch sechs Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion in den vorhergehenden zwei Wochen gewesen. Ein Sprecher des Sozialministeriums hatte erklärt, dass es in Bad Doberan zu einem Ausbruch dieser Größenordnung kommen konnte, sei einem hausinternen Fest auch mit ungeimpften Teilnehmern geschuldet. Bei den Bewohnern liegt die Impfquote laut Armbrecht bei 94 und bei den Mitarbeitern bei etwa 70 Prozent.

Auch in einem Pflegeheim in Kühlungsborn ist es nach Angaben des Landkreises Rostock zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Einen ersten Fall habe es Ende September gegeben. Das Infektionsgeschehen gelte mittlerweile als abgeschlossen. Es seien 23 Bewohner und 15 Mitarbeiter positiv getestet worden. Es habe sechs Corona-bedingte Einweisungen in ein Krankenhaus gegeben.

Das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg teilte am Donnerstag mit, dass es nach 13 Corona-Infektionen binnen weniger Tage bei Mitarbeitern eine Tagesklinik und eine Station der Psychiatrie bis Ende Oktober schließe. Bis Mitte der Woche waren zudem nach Angaben der Schweriner Helios-Kliniken fast alle Patienten auf der dortigen Palliativstation positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Krankenhaus vermutet, dass eine ungeimpfte Mitarbeiterin das Virus eingeschleppt hat.

Reisinger forderte, dass die Drittimpfungen für die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen rasch erfolgen. Er vermisste zudem laute Äußerungen von Patienten oder Bewohnern in Pflegeheimen. Diese sollten sagen: «Der, der mich pflegt und berührt, muss geimpft sein.» Wenn schon der Arbeitgeber kein Recht habe, Impfungen durchzusetzen, dann sollten Patienten das fordern dürfen.

© dpa-infocom GmbH

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