Hightech-Rasenmäher untersucht Überreste von Schloss Putbus

20.10.2021 Der Schlosspark in Putbus existiert noch, das Schloss hingegen nicht. Forscher haben jetzt mit modernster Technik seine unterirdischen Überreste erkundet. Von diesen soll ein virtuelles Modell entstehen.

Immo Trinks arbeitet im Schlosspark mit einem sogenannten Bodenradar. Foto: Stefan Sauer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Für die Untersuchung der Überreste des Schlosses Putbus auf Rügen kommt modernste Technik zum Einsatz. Als «Hightech-Rasenmäher» beschrieb Torsten Veit, Kunsthistoriker an der Universität Greifswald, das am Dienstag verwendete Gefährt. «Das heißt, Sie haben ein Radargerät, was über Sensorik in den Boden gucken kann und die Strukturen, die noch vorhanden sind, dokumentieren und als 3D-Modell visualisieren kann.» Das Gerät stamme aus einer Kooperation der Universität Wien und der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg), ebenfalls aus Wien.

Das Gerät fuhr über den Platz, an dem einst das Schloss stand, um die Methode zu demonstrieren. Zusammen mit Fotografien soll laut Veit am Computer ein Modell über- und unterirdischer Strukturen entstehen. Die Aktion ist Teil des Herrenhauszentrums an der Universität Greifswald, von dem aus bis zu 15.000 Guts- und Herrenhäuser sowie Schlösser im Ostseeraum erforscht werden sollen.

Carlo Wloch, Restaurator auf Rügen, sagte zum Schloss Putbus: «Das galt als modernstes und schönstes Schloss Mecklenburg-Vorpommerns.» Zuvor sei es nach einem Brand Ende des 19. Jahrhunderts neu aufgebaut worden. Die Ursprünge der Anlage reichten bis ins Mittelalter zurück. In den 1960er Jahren sprengte die DDR-Regierung dann das Gebäude. Dabei habe es sich um eine ideologisch motivierte Handlung gehandelt. «Das musste weg. Das war ja der Adel.» Zunächst sei das Schloss nicht einmal beschädigt gewesen. Durch Veränderungen und mangelndes Geld sei Wasser eingedrungen. «Zum Schluss hat man dann gesagt: ganz weg.»

© dpa-infocom GmbH

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