Greifswald ehrt Stiftung und Sportlerin

19.10.2021 Die Stadt Greifswald hat am Dienstag im Beisein der scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Johanna-Odebrecht-Stiftung sowie die Sportlerin Lindy Ave geehrt. Beim Stadtempfang in der Greifswalder Stadthalle überreichte Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) die Rubenow-Medaille an den Vorsteher der Odebrecht-Stiftung, Pastor Martin Wilhelm. Sie ist die höchste Auszeichnung der Stadt und nach dem Gründer der Greifswalder Universität benannt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, l) und die Sportlerin Lindy Ave. Foto: Stefan Sauer/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Stiftung habe sich um medizinische Betreuung, soziale Beratung, Altenpflege und Bildung verdient gemacht, sagte Fassbinder. Sie beschäftigt nach Angaben der Stadt mehr als 900 Menschen, etwa im evangelischen Bethanien-Krankenhaus, in einem Altenhilfezentrum, einem Fachkrankenhaus für Abhängigkeitsrehabilitation oder in Suchtberatungsstellen. Sie sei einer der größten Arbeitgeber der Region.

Die Olympiasiegerin Lindy Ave trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Die Leichtathletin aus Greifswald war bei den Paralympics in Japan über 400 Meter in Weltrekord-Zeit zu Olympiagold gelaufen. Über 100 Meter hatte sie Bronze geholt.

Merkel betonte die Bedeutung der Stadt Greifswald als Forschungsstandort. Einrichtungen wie der Kernfusionsreaktor Wendelstein 7-X, das neue Helmholtz-Institut oder das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems seien «Perlen der Forschung in Deutschland». An Anna Kassautzki (SPD) gerichtet, Merkels Nachfolgerin als Bundestagsabgeordnete mit Direktmandat und im Publikum, sagte Merkel, sie hoffe, dass die Forschungsarbeit an Wendelstein 7-X fortschreite. Fusionsforschung könne etwas sehr Wichtiges sein für nachhaltige Energie.

Merkel war bei der zurückliegenden Bundestagswahl nicht mehr angetreten. «Ich kann nicht ausschließen, dass ich mal als Privatperson hier aufkreuze, weil mir die Region ans Herz gewachsen ist», sagte die Kanzlerin.

Die Stadt ehrte zudem verdienstvolle Bürgerinnen und Bürger mit dem «Silbernen Greifen» beziehungsweise einer Eintragung in das Ehrenbuch der Stadt. Der Stadtempfang war wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr vom Mai in den Herbst verschoben worden.

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