Reisinger: Noch zu viele Menschen in Nordosten ungeimpft

15.10.2021 Die Mahnungen und Bitten von Politikern und Experten an die bislang ungeschützten Menschen, sich gegen eine Corona-Infektion impfen zu lassen, laufen offensichtlich ins Leere. Die Quote der Geimpften stagniert seit Wochen.

Emil Reisinger, Epidemiologe an der Universitätsmedizin Rostock, spricht. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern müssen nach Ansicht des Rostocker Epidemiologen Emil Reisinger damit rechnen, bis Ende des Winters mit Hygienemaßnahmen wie dem Tragen von Masken leben zu müssen. Zu viele Menschen im Nordosten seien noch ungeimpft und damit gefährdet beziehungsweise für eine Infektion empfänglich, sagte Reisinger der Deutschen Presse-Agentur. Neben der Impfung und einer überstandenen Erkrankung biete die Maske in Innenräumen den größten Schutz.

Dem aktuellen Impfbericht zufolge sind 63,8 Prozent der rund 1,6 Millionen Einwohner im Land vollständig geimpft. Dies bedeute, dass etwa 550.000 Menschen noch keinen Corona-Schutz haben. Zu diesen Ungeschützten müssten allerdings noch etwa zehn Prozent der Geimpften gerechnet werden, sagte Reisinger. Hintergrund sei, dass die Wissenschaft mit diesem Anteil bei Geimpften kalkuliere, bei denen die Impfung nicht anschlägt. Eine zusätzliche Testung von Geimpften ohne Krankheitssymptomen sei allerdings unnötig.

Die Sieben-Tage-Inzidenz für Mecklenburg-Vorpommern lag am Donnerstag bei 55,5 Infizierten pro 100.000 Einwohner. In der Karte nach risikogewichteten Kriterien sind nur noch Schwerin und der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im grünen Bereich und weisen damit ein kontrolliertes Infektionsgeschehen aus. Alle anderen Kreise sind im gelben Bereich.

Reisinger rechnete mit steigenden Corona-Infektionszahlen. Hintergrund sei das kühlere Herbstwetter und damit die saisonale Wiederkehr des Corona-Virus. Dieser Effekt werde durch die Herbstferien verstärkt, die vergangene Woche zu Ende gegangen sind. Es müsse einkalkuliert werden, dass Menschen, die mit einer Corona-Infektion aus den Urlaubsgebieten zurückkehren, noch mindestens eine weitere Woche die Infektion in ihrem Umfeld weitertragen können.

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