Crifbürgel: Zahl der Privatpleiten im Norden am höchsten

07.10.2021 Vielen Menschen geht das Geld aus und damit steigen auch die Zahlen der Privatinsolvenzen. Die Nord-Bundesländer liegen dabei an der Spitze der Negativ-Tabelle.

Eine Frau hält Geldscheine und Münzen in der Hand. Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erstmals seit zehn Jahren ist die Zahl der Privatpleiten in Deutschland wieder gestiegen - und im Norden sind davon die meisten Haushalte betroffen. Bundesweit gab es den Berechnungen zufolge 68 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner, wie die Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Diese Statistik führt Bremen mit 135 Fällen je 100.000 Einwohner an. Es folgen Hamburg (97 Fälle je 100.000 Einwohner), Niedersachsen (94) und Mecklenburg-Vorpommern (90), das Saarland (87) und Schleswig-Holstein (84). Am geringsten waren die Zahlen in Bayern (47).

Steigende Zahlen bei den Privatinsolvenzen wurden Crifbürgel zufolge im ersten Halbjahr in allen Bundesländern festgestellt. Am stärksten fiel der Zuwachs in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg mit jeweils einem Anstieg von 74,2 Prozent aus.

Die Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel rechnet in diesem Jahr bundesweit mit bis zu 120.000 Privatinsolvenzen, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Zuvor waren die Zahlen den Angaben zufolge zehn Jahre lang gesunken.

Den starken Anstieg im ersten Halbjahr führte die Auskunftei größtenteils darauf zurück, dass viele Betroffene eine Gesetzesreform abgewartet hätten. Danach werden sie nach drei statt wie bisher nach sechs Jahren von ihren restlichen Schulden befreit. Die Verkürzung gilt rückwirkend ab 1. Oktober 2020.

Zudem würden sich seit Mai zunehmend auch die Folgen der Corona-Pandemie bemerkbar machen. Die finanziellen Reserven vieler Menschen, die in der Krise Einkommenseinbußen zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit erlitten hätten, seien inzwischen aufgebraucht. Auch der Anteil ehemals Selbstständiger, die Privatinsolvenz anmelden, steigt den Angaben zufolge derzeit.

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