MV ist Schlusslicht bei DFG-Fördermitteln für Unis

05.10.2021 Sogenannte Drittmittel leisten einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung der Arbeit von Hochschulen. Beim größten Drittmittel-Geber hat MV im Ländervergleich das Nachsehen.

Der leere Hörsaal einer Universität ist zu sehen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In keinem anderen Bundesland haben die Hochschulen zwischen 2017 und 2019 so wenig Drittmittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für ihre Arbeit eingeworben wie in Mecklenburg-Vorpommern. 98 Millionen Euro seien in diesem Zeitraum in den Nordosten gegangen, teilte die DFG am Dienstag in Bonn bei der Vorstellung des Förderatlas' 2021 mit.

Spitzenreiter wie Nordrhein-Westfalen (1,83 Milliarden), Baden-Württemberg (1,6 Milliarden) und Bayern (1,46 Milliarden) haben zwar eine deutlich größere Bevölkerungszahl und mehr Universitäten, allerdings landete MV auch hinter dem Saarland (vorletzter Platz mit 103 Millionen).

Die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, Simone Oldenburg, teilte mit, keine Hochschule aus Mecklenburg-Vorpommern habe es unter die 40 bewilligungsstärksten Hochschulen geschafft. Die Situation habe sich zwar im Vergleich zum Förderatlas 2018 verbessert, dennoch sei das Land immer noch weit abgeschlagen. Dass ohne Berlin lediglich drei Hochschulen aus Ostdeutschland in diesem Ranking aufgeführt werden, wertete Oldenburg als Beleg für eine anhaltende strukturelle Benachteiligung des Ostens auch bei Wissenschaft und Forschung.

Von 2017 bis 2019 wurden laut DFG insgesamt rund 9,48 Milliarden Euro bewilligt. Drittmittel werden für Forschung und Lehre zusätzlich zum regulären Hochschulhaushalt eingeworben. Die DFG ist der größte Drittmittel-Geber.

Auf die drei Erstplatzierten folgen Berlin (839 Millionen), Niedersachsen (791 Millionen), Hessen (636 Millionen) und Sachsen (600 Millionen). Drittmittel seien eine zusätzliche Finanzierungsquelle für Hochschulen und Forschungseinrichtungen und ein wichtiges Instrument des Wettbewerbs, sagte DFG-Präsidentin Katja Becker.

Die Hochschulen mit der höchsten Förderung waren die beiden Münchner Universitäten. An erster Stelle fand sich die LMU München mit 369 Millionen Euro, gefolgt von der TU München mit 347 Millionen Euro und der Universität Heidelberg mit 332 Millionen Euro. Auf Rang vier lag die Rheinisch-Westfaelische Technische Hochschule (RWTH) Aachen, gefolgt von der TU Dresden. Einen Sprung nach vorne machte die Universität zu Köln, die sich um vier Ränge auf Position acht verbesserte.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News