Schwesig: Ostdeutschen wurde viel abverlangt

01.10.2021 Vor dem Tag der Deutschen Einheit am Sonntag hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) auf die Entbehrungen der Menschen in Ostdeutschland nach der Wende hingewiesen. «Die Industrie ist vielerorts zusammengebrochen. Viele Menschen haben ihre Arbeit verloren. Das war in meiner Familie auch so. Zukunftsangst und Mutlosigkeit machten sich breit», sagte Schwesig am Freitag. Trotzdem hätten Frauen und Männer den Aufbruch gewagt, dies verdiene Respekt.

Manuela Schwesig steht im Wahlstudio des NDR. Foto: Axel Heimken/NDR/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Wiedervereinigung Deutschlands vor mehr als 30 Jahren bezeichnete Schwesig als einen «Glücksfall der Geschichte». Es gebe aber noch viel zu tun, um dies zu vollenden. Sie wies hierbei auf das Ziel hin, gleiche Löhne und Renten in Ost und West herzustellen - dies müsse ein Schwerpunkt der neuen Bundesregierung sein.

Ähnlich äußerte sich die Landesgruppe Ost der neuen SPD-Bundestagsfraktion: «Auch 31 Jahre nach der Wiedervereinigung liegt die Wirtschaftsleistung in Ostdeutschland bei nur 77,9 Prozent des westdeutschen Niveaus. Das verfügbare Einkommen im Osten lag 2020 bei etwa 86 Prozent des Westens.»

Die Vorsitzende der Linksfraktion im Schweriner Landtag, Simone Oldenburg, nannte die immer noch unvollendete Anpassung der Lebensverhältnisse in Deutschland eine Ungerechtigkeit, die Folge konkreten politischen Handelns sei. «Nach dem Wüten der Treuhand hatte der Osten bei allen Entscheidungen - ob in Sport, Politik und Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft - stets das Nachsehen», sagte Oldenburg. Damit müsse endlich Schluss sein.

Schwesig spricht sich jedoch nicht nur dafür aus, den Anschluss an den Westen zu finden: Sie wolle auch einen «Vorsprung Ost», hierzu brauche man die volle Digitalisierung und eine Wasserstoffstrategie für Ostdeutschland.

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