Grünes Ammoniak soll Wasserstoff-Transport erleichtern

29.09.2021 Ammoniak bringen viele wohl mit Gestank in Verbindung. Die Verbindung könnte aber auch für eine emissionsfreie Zukunft wichtig werden.

Blick auf den Bug des Ammoniak-Bunkerschiffs. Foto: Maik Schröter/SPETRANS/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft - sein Transport ist aber mitunter schwierig. In Mecklenburg-Vorpommern suchen Unternehmen und Wissenschaftler nach umweltfreundlichen Lösungen mit Ammoniak, einer Verbindung aus Wasserstoff und Stickstoff. «Wir binden den Wasserstoff, um den leichter nutzbar und transportierbar zu machen, an ein Stickstoffatom», erklärt Angela Kruth. Sie ist Mitarbeiterin des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie sowie Koordinatorin des Bündnisses Campfire.

Spezielle Wasserstoffleitungen gebe es noch kaum und der Transport durch Erdgas-Pipelines sei nur eingeschränkt möglich. Für den Transport von Wasserstoff sind laut Kruth ansonsten hoher Druck, sehr niedrige Temperaturen oder die Bindung an Kohlenstoff nötig. Für den Ammoniak-Transport benötige man hingegen geringeren Druck oder weniger niedrige Temperaturen. Ob mit dem Schiff oder per Leitung: «Seit über 100 Jahren wird Ammoniak in großen Mengen transportiert», sagt Kruth. Es sei als Ausgangsstoff für Düngemittel die am zweitmeisten produzierte Chemikalie der Welt.

Luft besteht zu mehr als 78 Prozent aus Stickstoff. «Den kann man sehr, sehr leicht aus der Luft gewinnen und mit Wasserstoff zusammenführen zu Ammoniak», sagt Kruth. Wenn der Wasserstoff mittels erneuerbarer Energien produziert wurde, sei auch das Ammoniak grün. «Dieser Zyklus ist komplett kohlenstofffrei.» Ammoniak könne für den Transport genutzt und danach wieder aufgespaltet oder etwa in Brennstoffzellen zur Energiegewinnung genutzt werden.

Die mehr als 60 Unternehmen und Wissenschaftler von Campfire wollen im Nordosten neue exportfähige Technologien entwickeln, um zukünftig ein kohlenstofffreies Energiesystem auf Basis von Ammoniak zu etablieren und so vor allem hiesige Unternehmen zu technologischen Vorreitern zu machen. Das Bündnis wird mit elf Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programmes «WIR! - Wandel durch Innovation in der Region» gefördert, weitere sieben Millionen stehen laut Kruth in Aussicht.

Campfire setzt außerdem ein Projekt im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie Deutschlands um, das mit 30 Millionen Euro vom BMBF gefördert wird. Dabei soll unter anderem auf dem Industriegelände des Düngemittelproduzenten Yara bei Rostock ein wichtiger Standort für die Technologieentwicklung für grünen Ammoniak und Wasserstoff entstehen. Hier befindet sich laut Campfire bereits Deutschlands größtes Ammoniak-Terminal, in dem 600.000 Tonnen Ammoniak für die Düngemittelproduktion umgeschlagen werden.

© dpa-infocom GmbH

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