Generationswechsel bei CDU: 34-Jähriger führt Fraktion

28.09.2021 Die Jungen übernehmen das Ruder bei der CDU im Nordosten: Ein 34- und ein 39-Jähriger führen die Landtagsfraktion.

Wolfgang Waldmüller (vorn), bisheriger CDU-Fraktionsvorsitzender, und Nachfolger Franz-Robert Liskow. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mecklenburg-Vorpommerns CDU hat zwei Tage nach der katastrophalen Niederlage bei der Landtagswahl einen Generationswechsel eingeleitet. Die Landtagsfraktion wählte am Dienstag einstimmig den 34-jährigen Franz-Robert Liskow aus Greifswald zu ihrem neuen Fraktionsvorsitzenden, wie ein Fraktionssprecher mitteilte. Sein Amtsvorgänger Wolfgang Waldmüller hatte nach dem historisch schlechten Wahlergebnis von 13,3 Prozent erklärt, nicht wieder zu kandidieren. Der 58-Jährige legte auch sein Amt als Generalsekretär der Partei nieder. Dort gibt es noch keinen Nachfolger.

Neuer Parlamentarischer Geschäftsführer wurde den Angaben zufolge der Schweriner Abgeordnete Sebastian Ehlers (39). Er erhielt zehn von zwölf Stimmen. Ehlers und Liskow sind seit 2016 Mitglied des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern. Zuletzt war Liskow Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion.

Liskow erklärte, er wolle in einer schwierigen Zeit für die CDU zur politischen Erneuerung der Partei in Mecklenburg-Vorpommern beitragen. «Ob dies in Regierungsverantwortung geschieht oder aus der Oppositionsrolle heraus, spielt dabei für mich keine Rolle.» Wichtig sei für ihn, dass die Arbeit der Fraktion eine Mannschaftsleistung sein müsse. Liskow wird dem Vernehmen nach bei Sondierungsgesprächen der CDU mit der Wahlsiegerin SPD dabei sein.

Die CDU Mecklenburg-Vorpommern und auch die Landtagsfraktion sind von einer schweren Führungskrise gezeichnet, nachdem der Landes- und Fraktionsvorsitzende Vincent Kokert Anfang 2020 überraschend alle politischen Ämter niedergelegt hatte. Liskow dankte Waldmüller dafür, dass er in der schwierigen Zeit nach Kokerts Rückzug die Fraktionsführung übernommen habe. Er habe «sehr großen Respekt» vor Waldmüllers Entscheidung, nicht erneut für den Vorsitz der Fraktion zu kandidieren.

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