Ex-Minister Seite fordert CDU zu komplettem Neuanfang auf

27.09.2021 Der letzte CDU-Ministerpräsident von  Mecklenburg-Vorpommern, Berndt Seite, hat seine Partei nach der Landtags-Wahlschlappe zu einem kompletten Neubeginn aufgefordert. «Ich rate ihr, wieder zurück auf Anfang zu gehen, eine echte Alternative zur SPD zu werden, das ausgelaugte, müde Personal an der Spitze auszuwechseln und eine starke Opposition zu werden», sagte Seite am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Walow (Mecklenburgische Seenplatte). Nur so könne die Partei den Menschen im Land zeigen, was sie wirklich kann.

Mecklenburg-Vorpommerns Ex-Ministerpräsident Berndt Seite sitzt in seinem Wintergarten. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/ZB/archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die CDU war am Sonntag bei der Landtagswahl nur auf 13,3 Prozent gekommen und wird nur noch als drittstärkste Partei mit zwölf Abgeordneten im neuen Landtag vertreten sein, sechs weniger als 2016. «Das ist ein desaströses Ergebnis», sagte der 81-jährige Seite. Man habe den Status als Volkspartei vorläufig verloren. Wenn sich die CDU nicht «aus der babylonischen Gefangenschaft der SPD befreit, hat sie keine Zukunft mehr». 

Seite war von 1992 bis 1998 Ministerpräsident in Schwerin. Er hatte sein Amt im Zuge der Abwahl von Helmut Kohl (CDU) als Bundeskanzler an die SPD verloren. Die SPD hatte damals 34,3 Prozent, die CDU 30,2 zur Landtagswahl. Die SPD bildete unter Harald Ringstorff 1998 eine Koalition mit der Linkspartei und regiert seither ununterbrochen im Nordosten. Seite hatte sich seit seinem Politik-Rückzug 2002 mit Äußerungen zurückgehalten. Jetzt könne er aber nicht mehr schweigen, sagte der Ex-Regierungschef. Am Montagabend wollte der Schweriner CDU-Landesvorstand über Konsequenzen aus dem Wahlergebnis beraten.

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