Noch kein Tarifabschluss: Verdi droht mit Warnstreik

23.09.2021 Nach sechsstündigen Verhandlungen haben sich die Tarifpartner im Einzelhandel auch im dritten Anlauf nicht einigen können. Daran konnte ein verbessertes Angebot der Arbeitgeber nichts ändern. «Das Angebot gleicht nicht einmal die aktuell prognostizierten Preissteigerungen in diesem und im nächsten Jahr aus. Es handelt sich um programmierten Reallohnverlust über die gesamte Laufzeit», sagte Verdi-Verhandlungsführerin Heike Lattekamp am Donnerstagabend. Eine vierte Runde ist für den 26. Oktober geplant. Die Gewerkschaft droht jedoch bereits ab sofort mit Warnstreiks im Einzelhandel.

Eine Warnweste mit der Aufschrift «ver.di». Foto: Tom Weller/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Handelsverband Nord hatte Gewerkschaftsangaben zufolge angeboten, die Löhne nach zwei Nullmonaten rückwirkend zum 1. September um 2,0 Prozent anzuheben. Eine weitere Stufe sollte dann ab 1. Oktober 2022 mit weiteren 1,8 Prozent folgen.

Jedoch sah das Angebot für Unternehmen, die bisher noch keine freiwilligen Lohnerhöhungen gewährt hatten, eine Ausnahme vor. Diese hätten entscheiden können, ob sie die erste Erhöhung um weitere acht Monate verzögern und ihren Mitarbeitern stattdessen für das Jahr 2022 vier gesonderte Urlaubstage geben. Insgesamt war zudem eine Laufzeit von 24 Monaten vorgesehen.

Verdi fordert für die rund 70.000 Beschäftigten der Branche eine Lohnerhöhung von 4,5 Prozent sowie einen Aufschlag von 45 Euro, eine um 70 Euro höhere Ausbildungsvergütung und ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde - dies alles rückwirkend zum 1. Juli. Der Tarifvertrag soll für ein Jahr gültig sein und nach den Vorstellungen der Gewerkschaft für alle Unternehmen im Land ohne Ausnahme gelten. Diese sogenannte Allgemeinverbindlichkeit lehnen die Arbeitgeber ab.

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