Prozess nach Messerstichen: Lebensgefährliche Verletzungen

07.09.2021 Mit einer von der Darstellung der Staatsanwaltschaft deutlich abweichenden Aussage des Angeklagten hat vor dem Landgericht Rostock ein Prozess um einen versuchten Totschlag begonnen. Laut Staatsanwalt hat der 23-jährige Angeklagte im März ohne erkennbaren Grund und mit Tötungsvorsatz auf einen anderen Mann eingestochen. Der 23-Jährige sagte in der Befragung durch den Vorsitzenden Richter am Dienstag, dass er zunächst von dem anderen Mann mit einem Messer angegriffen worden.

Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dieser sei sein Drogendealer gewesen und sie hätten sich in dessen Wohnung um Schulden in Höhe von 80 Euro gestritten. Dann sei es zu einem Kampf gekommen, bei dem er sich gewehrt habe. Dabei zeigte er allerdings deutliche Erinnerungslücken. So konnte er keine Erklärung dafür anbieten, wie der andere Mann zu den von der Gerichtsmedizinerin festgestellten Stich- und Schnittverletzungen gekommen ist.

Die Anklage wirft dem Mann vor, dem zur Tatzeit 23 Jahre alten Freund insgesamt 29 Stich- und Schnittverletzungen vorrangig am Kopf und Hals sowie am Oberkörper zugefügt zu haben. Das Opfer konnte sich durch einen Sprung aus dem Fenster im ersten Obergeschoss retten und kam mit einer lebensbedrohlichen Lungenverletzung in die Klinik.

Der Angeklagte, der sich wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verantworten muss, wurde in Fußfesseln aus der Untersuchungshaft ins Gericht gebracht. Es sind insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt. Bei der Verhandlung am Mittwoch soll das Opfer aussagen.

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