Windenergiebranche: Ausbau Erneuerbarer Energien zu langsam

31.08.2021 Klimaschutzziele und der tatsächliche Ausbau Erneuerbarer Energien klaffen auseinander - so die Kritik aus der Windenergiebranche. Schuld seien etwa langwierige Genehmigungs- und Klageverfahren.

Windkraftanlagen drehen sich vor Sonnenaufgang in einem Windpark. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Windenergie-Netzwerk Mecklenburg-Vorpommern hat sich für einen schnelleren Ausbau Erneuerbarer Energien ausgesprochen. Das große Problem in Deutschland sei, dass zwar die Notwendigkeit des Klimaschutzes diskutiert werde und Ziele verschärft würden. «Aber wir reden nicht darüber, wie das denn erreicht wird», sagte der Vorsitzende Andree Iffländer der Deutschen Presse-Agentur. Zum Ausbau Erneuerbarer Energien sagte er: «Es dauert zu lange und es ist immer noch zu wenig».

Angesichts des Ausstiegs aus Kohlestrom und Kernenergie müssten Erneuerbare Energien deutlich ausgebaut werden. Die Realität sei allerdings eine andere. Im Bereich Offshore-Windenergie etwa gebe es derzeit in Deutschland zwei Jahre lang keinen Zubau von Kapazitäten. Die Pläne der Bundesregierung sähen 40 Gigawatt bis zum Jahr 2040 vor. Nötig seien allerdings Studien zufolge zwischen 54 und 80 Gigawatt. In Mecklenburg-Vorpommern wurden nach Schätzung Iffländers im vergangenen Jahr an Land weniger als 30 Windkraftanlagen gebaut. Dabei müssten sie gerade in Bundesländern wie MV mehr gebaut werden.

Iffländer sieht Probleme bei langen Genehmigungsverfahren. Die zögen sich Jahre hin, so dass am Ende die Technik schon wieder veraltet sei und wieder neue Genehmigungen erforderlich seien. «Dann geht das von vorne los.» Behörden bräuchten mehr Personal. Außerdem bremse das Klagerecht den Ausbau aus. Auch Flächen müssten schneller ausgewiesen werden. In Mecklenburg-Vorpommern dauere das derzeit fünf Jahre.

Von Mittwoch bis Donnerstag findet in Rostock die Konferenz «Wind & Maritim» mit mehr als 100 Experten statt. Dabei geht es unter anderem um politische Rahmenbedingungen und Wasserstoff als Energieträger.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News