Königsstuhl bald über schwebende Plattform erlebbar

30.08.2021 Die Kreideküste der Insel Rügen gilt als einmalig in Deutschland. Schon der Romantikmaler Caspar David Friedrich setzte der Natur mit Bildern ein Denkmal. Nun bekommt der bekannteste Kreidefelsen - der Königsstuhl - eine schwebende Plattform.

Die Bauarbeiten am Königsstuhl haben begonnen. Foto: Stefan Sauer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach jahrelanger Planung hat am Königsstuhl - einem der Wahrzeichen Norddeutschlands - am Montag der Bau einer schwebenden Aussichtsplattform begonnen. Wie das Schweriner Wirtschaftsministerium mitteilte, kostet das Bauwerk 7,6 Millionen Euro, wovon das Land 7,2 Millionen Euro übernimmt. Mit der Plattform, die an einem starken Mast hängt und mehrere Meter über dem Kreidefelsen schwebt, soll der 118 Meter hohe Königsstuhl künftig geschont, die Aussicht aber erhalten bleiben.

«Ich bin sicher: Der Königsweg selbst wird eine Attraktion werden - ein Hingucker und ein technisches Meisterwerk», erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bei der feierlichen Grundsteinlegung. Rügen und Mecklenburg-Vorpommern würden so um eine Sehenswürdigkeit reicher. Bei dem Neubau sind laut Schwesig keine Eingriffe in das Unesco-Weltnaturerbegebiet erforderlich. Der Neubau - der Rundweg wird etwa 180 Meter lang sein - soll im Sommer 2022 fertig sein.

Besucher könne laut Nationalpark Jasmund, wozu das Gebiet gehört, von Ende 2021 bis Mitte 2022 nicht auf den Königsstuhl - wegen der Bautätigkeit. Der barrierefreie Zugang sei sicherer und ein neuer touristischer Höhepunkt auf der Insel Rügen, erklärte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU).

Bauherr ist die Stadt Sassnitz. Der bisherige Übergang vom Plateau nahe des Nationalpark-Zentrums über das Königsgrab auf den Königsstuhl sei den Anforderungen durch die vielen Besucher nicht mehr gewachsen, hieß es vom Ministerium. Das hätten etliche Abbrüche an Kreidefelsen verdeutlicht. Die Fußgängerbrücke ist als Hängebrücke konzipiert, die in Schleifenform verläuft und mit der Plattform 90 Meter lang und 19 Meter breit werden soll.

Der Buchenwald des rund 500 Hektar großen Nationalparks Jasmund ist seit 2011 auch Unesco-Weltnaturerbe. Das Nationalparkzentrum am Königsstuhl an der bekannten Kreideküste Rügens besuchen pro Jahr rund 300 000 Gäste, den Nationalpark mehr als eine Million Besucher.

Parallel dazu fordern Einheimische aber weiter den Ersatzbau einer Treppe am Königsstuhl. Die bisherige Treppe zum Strand war 2016 in Teilen beschädigt und abgebaut worden. Einen ähnlichen Vorfall gab es auch schon an anderer Stelle der Steilküste auf Rügen. Da Nationalpark und Umweltministerium bisher einen Wiederaufbau der Treppe ablehnten, gab es mehrfach Proteste von Anwohnern und Rügenbesuchern.

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