Anteil der Schulabbrecher im vergangenen Jahr gesunken

26.08.2021 Die Corona-Pandemie mit Schulschließungen und holprigem Start des Fernunterrichts hat sich zumindest im vergangenen Jahr nicht negativ auf die Zahl der Schulabschlüsse ausgewirkt. Dieses Jahr befürchten Berufsschullehrer größere Wissenslücken.

Ein Schwamm liegt an der Schultafel. Foto: Annette Riedl/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Trotz wochenlanger Schulschließungen in der ersten Corona-Welle ist die Zahl der Abbrecher in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr gesunken. Verließen 2019 noch 1225 junge Menschen die Schulen im Nordosten mit weniger als der Berufsreife, waren es im darauffolgenden Jahr 919, wie aus Daten hervorgeht, die das Statistische Landesamt am Donnerstag in Schwerin veröffentlicht hat. Auch ihr Anteil an allen Schulabgängern sank, und zwar von 9,2 auf 7,2 Prozent. Für 2021 liegen noch keine Zahlen vor.

Der Statistik zufolge schafften im vergangenen Jahr 37,5 Prozent aller Schulabgänger die allgemeine Hochschulreife (2019: 35,5) und 4,9 Prozent (2019: 4,7) den schulischen Teil der Fachhochschulreife. Die Mittlere Reife erhielten 40,2 Prozent (2019: 37,7) der landesweit 12.707 Schulabgänger. Weniger Jugendliche gingen indes mit der Berufsreife ins Leben. Ihr Anteil sank von 12,9 auf 10,2 Prozent.

Den Förderschulabschluss erhielten 3,8 Prozent (2019: 3,9) aller Schulabgänger in MV, ohne Abschluss blieben 3,4 Prozent (2019: 5,3). Beide Gruppen können nicht nahtlos eine Berufsausbildung aufnehmen, weshalb sie in der bundesweiten Statistik als Schulabbrecher gelten.

Berufsschullehrer haben zunächst auch keine größeren Wissenslücken als in den Jahren davor bei den Ausbildungsanfängern feststellen können. «Der Lockdown im Frühjahr 2020 hat sich nicht dramatisch ausgewirkt», sagte der Vorsitzende des Berufsschullehrerverbandes MV, Holger Verchow, der Deutschen Presse-Agentur. Das könne dieses Jahr anders aussehen, befürchtet er. Den Schulabgängern 2021 fehle deutlich mehr Präsenzunterricht.

Die Berufsschulen müssten ihren Schülern bereits seit Jahren immer mehr Grundkompetenzen wie das Lesen und Verstehen anspruchsvoller Texten sowie in Mathematik nachvermitteln, sagte Verchow. «Dieses und nächstes Jahr werden wohl bitter werden. Es fehlt nicht nur das, was ohnehin fehlte, sondern auch das, was durch Corona fehlt.» An den Berufsschulen in MV beginnt das neue Schuljahr am 30. August.

Die Jugendämter in Deutschland hatten im April vor einer steigenden Zahl an Schulabbrechern aufgrund der Corona-Krise gewarnt. «Mit Blick auf die beiden Abschlussjahrgänge droht sich die Zahl der Schulabbrecher zu verdoppeln», hatte Lorenz Bahr, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter, den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt. Normalerweise verlassen bundesweit pro Jahr rund 104.000 junge Menschen ohne Abschluss die Schule. «Wir rechnen nun mindestens mit einer Verdopplung: 210.000 Schulabbrecher in 2020 und genau so viele noch einmal in diesem Jahr.»

© dpa-infocom GmbH

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