Stieftöchter missbraucht? Prozessauftakt am Landgericht

26.08.2021 Weil er die beiden Töchter seiner Lebensgefährtin mehrfach missbraucht und vergewaltigt haben soll, muss sich ein 40-jähriger Mann aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim vor dem Landgericht Schwerin verantworten. Zum Auftakt des Prozesses warf ihm die Staatsanwaltschaft am Donnerstag vor, sich zwischen 2013 und 2020 in 17 Fällen an den Mädchen vergangen zu haben.

Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mehrfach sollen die Mädchen demnach ihre Ablehnung sehr deutlich gemacht haben. In einem Fall soll der Handwerker die Ältere misshandelt haben. Die Mädchen waren zu Beginn der vorgeworfenen Übergriffe jeweils zwölf Jahre alt, inzwischen sind sie 19 beziehungsweise 15 Jahre.

Laut den Ermittlungen soll es in der gemeinsamen Wohnung, im Auto und in einem Wald zu den Übergriffen gekommen sein. Bereits 2015 gab es eine Anzeige bei der Polizei, die jedoch zurückgezogen wurde. 2019 erstattete das ältere Mädchen erneut Anzeige gegen den 40-Jährigen, nachdem sie von Zuhause in eine Jugendeinrichtung gezogen war. Dort offenbarte sie sich Betreuerinnen. 2020 zeigte auch die Jüngere ihren Stiefvater an. Er sitzt seit August 2020 in Untersuchungshaft.

Bislang bestritt der Angeklagte die Vorwürfe. Seine Verteidiger beantragten, seine Schuldfähigkeit begutachten zu lassen, da er als Kind eine schwere Hirnverletzung erlitten habe. Der Prozess wird am kommenden Mittwoch fortgesetzt. Mit einem Urteil ist im Oktober zu rechnen.

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