Erweiterte Impfangebote für Kinder und Jugendliche in MV

16.08.2021 Über Corona-Schutzimpfungen für Kinder wurde wochenlang hitzig debattiert. Nun hat sich die Ständige Impfkommission dafür ausgesprochen. Im Impfzentrum Schwerin können sich Kinder und Jugendliche ab Mittwoch ohne Anmeldung impfen lassen.

Eine Mitarbeiterin eines Impfteams überprüft eine Spritze mit einem Impfstoff gegen Covid-19. Foto: Thomas Frey/dpa Pool/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mecklenburg-Vorpommern will das Impfangebot gegen Corona für Kinder und Jugendliche an Schulen erweitern. Parallel zum Impfstart für Schüler ab 16 Jahren am Dienstag werde eine Befragung jüngerer Schüler zu deren Impfbereitschaft erfolgen. Das kündigte am Montag ein Sprecher des Bildungsministeriums in Schwerin an. Das Ministerium reagierte damit auf die Entscheidung der Ständigen Impfkommission (Stiko), sich nach gründlicher Prüfung doch für Corona-Impfungen für alle Kinder ab 12 Jahren auszusprechen. Die Expertenkommission kam zu dem Schluss, «dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen».

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) äußerte sich erfreut über diese Entscheidung. «Für die Eltern und ihre Kinder ist wichtig, dass es eine eindeutige Empfehlung gibt», sagte Schwesig. Alle, die wollten, könnten sich jetzt auch zügig impfen lassen. Doch bleibe die Impfung «selbstverständlich freiwillig», betonte sie.

Impfungen für Minderjährige waren für Kinder mit Gesundheitsrisiken sowie als individuelle Entscheidung von Kindern und Eltern nach ärztlicher Aufklärung auch bisher schon möglich. Doch zögerten viele, weil es eine generelle Empfehlung der Stiko nicht gab. Der offizielle Empfehlungstext lag zunächst noch nicht vor, Änderungen sind in einem Abstimmungsverfahren mit Ländern und Fachkreisen noch möglich.

Schwesig hatte zu Beginn des Schuljahres Anfang August angekündigt, nach einer konkreten Empfehlung der Stiko das Impfangebot für 12- bis 17-Jährige im Land ausweiten zu wollen. An diesem Dienstag werden laut Bildungsministerium erstmals mobile Impfteams an den Schulen sein. Das Impfangebot richtet sich zunächst nur an Schüler und Schülerinnen ab 16 Jahren. In einer landesweiten Befragung hatten 1800 von ihnen Interesse bekundet. Damit war die Resonanz geringer als erwartet.

An welchen Schulen die ersten Corona-Schutzimpfungen stattfinden, wurde nicht mitgeteilt. Die Termine würden in Abstimmung mit den zuständigen Gesundheitsbehörden der Kreise und kreisfreien Städte festgelegt und die impfwilligen Schüler darüber informiert.

Die Stadt Schwerin reagierte unterdessen umgehend auf die Entscheidung der Stiko. Am Mittwoch und Donnerstag werde es im Impfzentrum der Stadt Impfangebote für Schüler geben, kündigte Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) an. Sie könnten nach der Schule ohne vorherige Anmeldung ihre Impfung erhalten. Für beide Tage würden 600 Dosen des mRNA-Impfstoffes von Moderna zur Verfügung stehen. In der EU für Kinder und Jugendliche zugelassen ist ebenfalls der Impfstoff von Biontech/Pfizer.

Während bei Schülern zwischen 12 und 15 Jahren die Begleitung durch einen Sorgeberechtigten erforderlich sei, benötigten Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren für die Impfung im Impfzentrum lediglich die schriftliche Zustimmung der Eltern. Dafür gebe es Formulare des Robert Koch-Instituts, hieß es aus der Stadtverwaltung.

Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) hatten bis Ende voriger Woche im Nordosten etwa 15,4 Prozent der Jugendlichen in der Altersgruppe 12 bis 17 mindestens eine Impfung erhalten, rund 10,3 Prozent auch die für den vollständigen Schutz erforderliche zweite.

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